Eine Braut wird wie ein Auto gemustert: So distanziert sich Audi von dem sexistischen Werbespot

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AUDI INGOLSTADT
CEO Rupert Stadler will nicht, dass Audi für Sexismus steht - verständlich (Symbolbild) | Lukas Barth / Reuters
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  • In China sorgt ein Audi-Spot für Empörung
  • Darin wird eine Braut grob gemustert - so wie man es laut Werbung auch bei einem Auto tun sollte
  • Jetzt distanziert sich auch der deutsche Autobauer

Werbung soll Gefühle auslösen - doch auf diese könnte Audi vermutlich verzichten. Internetnutzer in China sind wegen einer Gebrauchtwagen-Werbung entsetzt und werfen dem Unternehmen Sexismus vor.

Dabei wirkt der Spot zunächst ganz romantisch, vielleicht sogar ein bisschen kitschig, er spielt nämlich auf einer Hochzeit. Doch kurz bevor sich das Paar das Ja-Wort geben will, eilt die Mutter des Mannes noch einmal zum Altar und nimmt die Braut genau unter die Lupe.

Ähnlich wie ein Mechaniker, der ein Auto untersucht, zieht sie ihr grob an der Nase, schaut ihr hinter die Ohren und öffnet ihren Mund, um die Zähne zu prüfen.

"Eine wichtige Entscheidung muss sorgfältig getroffen werden", sagt kurz darauf eine Stimme, und ein fahrender Audi wird eingeblendet.

Zuschauer fordern einen Audi-Boykott

Der Spot sei "abscheulich", schrieb eine Nutzerin auf dem twitterähnlichen Dienst Weibo, wo das Video über 500.000 Mal geteilt wurde. Viele Nutzer sprachen von Sexismus, einige riefen zu einem Boykott gegen die Marke auf.

Audi teilte mit, dass die Werbung eigenständig vom chinesischen Joint-Venture-Partner produziert worden sei und distanzierte sich deutlich.

"Die bei vielen Menschen entstandene Wahrnehmung des Werbefilms entspricht in keiner Weise den Werten unseres Unternehmens", heißt es in einer Stellungnahme. Der Spot sei vollständig gestoppt worden.

Chinas Werbung polarisiert - zu Recht

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Werbevideo in Chinas sozialen Netzwerken starke Reaktion ausgelöst hat. Im vergangenen Jahr entschuldigte sich eine chinesische Firma für eine rassistische Waschmittel-Werbung.

Gezeigt wurde eine Frau, die einen schwarzen Mann in die Waschmaschine steckte. Als sie die Tür wieder öffnete, kletterte ein hellhäutiger Chinese heraus.

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