Bizarre Anschuldigungen: Türkei verdächtigt Daimler, BASF und eine Dönerbude der Terrorunterstützung

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MERKEL ERDOGAN
Die Türkei beschuldigt prominente deutsche Unternehmen der Terrorunterstützung | Wolfgang Rattay / Reuters
Drucken
  • Die Türkei beschuldigt prominente deutsche Unternehmen der Terrorunterstützung
  • Laut einem Bericht der "Zeit" stünden auf einer entsprechenden Liste Großkonzerne wie Daimler und BASF - aber auch eine Dönerbude

Die türkische Regierung hat den deutschen Behörden eine Liste mit angeblichen Terrorunterstützern übergeben, auf der sich auch deutsche Unternehmen befinden.

Dies berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit". Damit verschärft die Türkei im deutsch-türkischen Verhältnis erneut den Ton und baut die Kritik gegenüber Deutschland weiter aus.

Auf der Liste, die dem BKA schon vor einigen Wochen übergeben wurde, stehen nach den Informationen der "Zeit” die Namen von insgesamt 68 Unternehmen und Einzelpersonen, darunter auch Daimler und BASF. Aber auch ein Spätkauf-Imbiss sowie eine Dönerbude in Nordrhein-Westfalen sind darauf verzeichnet.

Die genannten Unternehmen sollen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen haben. Die Türkei beschuldigt Gülen, hinter dem Putschversuch vor einem Jahr zu stecken. Tatsächliche und vermeintliche Mitglieder werden daher als Terror-Unterstützer verfolgt.

"Absurd" und "lächerlich"

Als “absurd“ und “lächerlich“ wird die Liste in Berliner Regierungskreisen bezeichnet. Das BKA hat die türkischen Behörden um weiterführende Informationen gebeten, aber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Antwort erhalten.

Mehr zum Thema: So kommentieren die Medien die neueste Eskalation im Streit zwischen Berlin und Ankara

Schon Anfang Juli hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in der “Zeit” erklärt, dass die türkische Regierung 4500 Akten mit Angaben über angebliche Gülen-Anhänger übergeben habe.

"Sie müssen diese Terroristen an die Türkei ausliefern“, hatte er gefordert. "Solange Sie das nicht tun, wird die Türkei Deutschland als Land ansehen, das Terroristen schützt“, sagte Erdoğan im Interview mit der "Zeit".

Folgen für die Unternehmen

Für die Unternehmen kann die Erwähnung auf einer schwarzen Liste trotz dünner Beweislage allerdings unangenehme Folgen haben: von öffentlicher Brandmarkung über Boykottaufrufe bis zu rechtlichen Problemen.

Die Türkei steht wegen ihres Umgangs mit Regierungskritikern und Journalisten international in der Kritik. Deutschland bestellte am Mittwoch wegen der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner den türkischen Botschafter ein.

Das könnte euch acuh interessieren: "Wie lange auch immer": So geht die Partnerin des in der Türkei festgenommenen Menschenrechtlers mit der Situation um

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ll)

Korrektur anregen