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19/07/2017 12:24 CEST | Aktualisiert 19/07/2017 13:23 CEST

Steve Bannon beschimpfte Parlamentssprecher Paul Ryan als "Schlappschwanz-Motherfucker"

Aaron Bernstein / Reuters
U.S. Speaker of the House Paul Ryan speaks to the press about President Donald Trump, former FBI Director James Comey and Russia investigations as Republican Conference Chairman Rep. Cathy McMorris Rodgers (R) looks on after a closed meeting of the Republican leadership of the House of Representatives on Capitol Hill in Washington, U.S. May 17, 2017. REUTERS/Aaron P. Bernstein

  • Bei der Vorwahl des US-Präsidentschaftswahlkampfs nannte Steve Bannon den möglichen Kandidaten Paul Ryan einen "Schlappschwanz-Motherfucker"

  • Trumps Top-Berater befürchtete damals, Ryan könne sich gegen Donald Trump als Kandidat der Republikaner durchsetzen

Donald Trumps Berater Steve Bannon hat den Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, als einen "Schlappschwanz-Motherfucker, der in einer Petrischale der Heritage Stiftung gezeugt wurde", bezeichnet.

Wohlgemerkt: Ryan ist nicht irgendein Hinterbänkler. Er zählt bereits seit Jahren zu einem der führenden Politiker der Republikaner. Der 47-Jährige gilt als einer der einflussreichsten Finanz- und Wirtschaftspolitiker seiner Partei.

Die Beschimpfung ist eines von vielen pikanten Details in dem Buch "Devil's Bargain", zu deutsch "Teufelspakt", des Journalisten Joshua Green. Der Journalist des Nachrichtenportals "Bloomberg Businessweek" analysiert in seinem Buch Bannons politischen Aufstieg unter Donald Trump.

Manche hielten Ryan für den geeigneten Kandidaten

Darin beschreibt Green, dass Bannons seinen Kommentar bereits im Frühling 2016 machte, als sich Trumps Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner abzeichnete – zur Überraschung und Bedenken vieler Parteimitglieder. Manche von ihnen hatten bereits in Ryan einen geeigneten Kandidaten gesehen.

"Die Vorstellung war es, Trump zu stoppen, in dem man sich um einen weißen Ritter versammelt und eine geeignete Alternative auf dem republikanischen Parteitag im Juli präsentiert", schreibt Green. Ryan habe als "geeigneter Kandidat der gebildeten linksliberalen Mittelschicht" gegolten.

Auf Breitbart attackierte Bannon regelmäßig das republikanische Establishment

Der Breitbart-Chef, der später Trumps Kampagne führen sollte, begann, "einen totalen Krieg gegen Ryan anzuzetteln, vor dem er gleichermaßen Angst wie Respektlosigkeit zeigte – manchmal sogar gleichzeitig", berichtet Green.

Während seiner Zeit als Chef der Nachrichtenseite Breitbart, die für ihre weißen, konservativen und nationalistischen Ansichten bekannt ist, hegte Bannon tiefe Feindschaften mit dem republikanischen Establishment. Julia Hahn, die damals für Breitbart tätig war und nun im Weißen Haus angestellt ist, kritisierte in vielen ihrer Texte Paul Ryan.

Aus dem Umfeld Ryans wollte niemand zu Bannons Kommentar Stellung nehmen.

Dieser Artikel ist zuvor auf HuffPost.com erschienen und wurde von Andreas Marx ins Deutsche übersetzt

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(ben)

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