Pubertät: Wer die Fakten kennt, versteht Jugendliche besser

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Der einzige Vorteil der Pubertät ist, dass sie vorbeigeht | iStock
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  • Der Körper des Heranwachsenden verändert sich während der Pubertät
  • Viele Jugendliche erleben Zeiten der Unsicherheit und des Zweifels
  • Wichtig ist vor allem Verständnis für die Unsicherheiten des Mädchen oder Jungen, obwohl die Nerven strapaziert werden

Die Pubertät ist für zahlreiche Eltern eine außerordentlich schwierige Zeit: Sie ist oftmals von wechselnden Launen und einem gewaltigen Gefühlschaos des Jugendlichen geprägt.

In dieser Phase lehnen die Kinder ihre Eltern ab, sind genervt von der Schule und gleichen nicht mehr der Tochter und dem Sohn, das man bisher kannte.

Der einzige Vorteil der Pubertät ist, dass sie vorbeigeht. Während der Pubertät verändern sich der Körper und die Hormone von Jungen und Mädchen.

Bei den Jungen steigt der Testosteronspiegel und bei den Mädchen nehmen die Östrogene zu. Die Schambehaarung entwickelt sich ungefähr ab dem zwölften Lebensjahr, die Jungen kommen in den Stimmbruch und bei Mädchen beginnen das Wachstum der Brust und die Regelblutung setzt ein.

Große Gefühle und körperliche Veränderungen

Nicht ausschließlich der Körper verwandelt sich. Das Gehirn entwickelt sich ebenfalls weiter und es bilden sich neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen.

Vermutlich liegt in diesen Veränderungen eine der Ursachen für die Launenhaftigkeit und Vergesslichkeit, für die Lernschwächen und für die unberechenbaren Verhaltensweisen, die in dieser Lebensphase auftreten und viele Eltern stark fordern beziehungsweise überfordern.

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Eltern sollten auch berücksichtigen, dass in der Pubertät aufgrund der Entwicklung des Gehirns schädliche Substanzen, wie beispielsweise Nikotin oder Alkohol, noch gefährlicher sind.

Die Heranwachsenden befinden sich in einer Art Zwischenstadium. Sie sind zwar keine Kinder mehr, aber auch noch nicht in der Erwachsenenwelt angekommen.

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Dies führt häufig zu Konflikten und Unsicherheiten. Hinzu kommt ein ziemliches Gefühlschaos, unter anderem auch ausgelöst durch die Entdeckung des anderen Geschlechts, die erste Liebe und die Belastung durch den sich verändernden Körper.

Balanceakt zwischen Freiheiten geben und Grenzen setzen

Das Familienleben durchläuft eine harte Probe. Die Eltern sind oftmals genauso hilflos wie ihre Kinder. Der Prozess des Loslassens beginnt und ist in der Praxis ein Balanceakt zwischen dem richtigen Maß an Freiheiten für das Kind und dem Einhalten von Grenzen.

Wichtig ist, dass die Eltern sich treu bleiben und die richtige Mischung aus Fürsorge und langer Leine für sich und ihr Kind finden, damit alle die Pubertät unbeschadet überstehen.

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(lira/cho)

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