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19/07/2017 17:26 CEST | Aktualisiert 20/07/2017 08:49 CEST

Israels Ministerpräsident Netanjahu zieht über die EU her - und übersieht, dass sein Mikrofon noch an ist

  • Journalisten konnten laut Medienberichten die massive Kritik von Israels Ministerpräsident Netanjahu hören -

    wegen einer Mikrofon-Panne

  • Es sei "verrückt", wie die EU sein Land behandle, sagte Netanjahu

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist laut Medienberichten bei einer wüsten Tirade über die Europäischen Union ertappt worden - wegen einer Mikrofon-Panne.

Bei seinem Besuch am Mittwoch in Ungarn sagte Netanjahu, es sei "verrückt", wie die EU Israel behandle. Das berichtet das israelische Nachrichtenportal "ynet".

Israels Regierungschef befand sich laut dem Bericht unter anderem im Gespräch mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. Sein Mikrofon soll bei dem privaten Treffen zeitweise noch eingeschaltet gewesen sein.

Journalisten außerhalb des Zimmers hätten Netanjahu hören können. Das Mikrofon sei abgeschaltet worden, als die Panne entdeckt worden war.

Orban habe Netanjahu zugestimmt

Netanjahu bezog sich mit seiner Kritik laut "ynet" auf technologische Kooperationen der EU mit Israel. Die EU habe die Zusammenarbeit davon abhängig gemacht, dass Israel Voraussetzungen für Friedensgespräche mit den Palästinensern schaffe.

"Die Europäische Union ist die einzige Vereinigung von Ländern weltweit, die ihre Beziehungen mit Israel (...) an politische Bedingungen knüpft", zitiert die Zeitung "Haaretz" Netanjahu. Europa müsse sich entscheiden, ob es leben und gedeihen wolle oder ausdörren und verschwinden, sagte der Ministerpräsident laut "ynet".

"Dabei gibt es keine Logik. Europa gefährdet seine eigene Sicherheit, indem es die Sicherheit Israels untergräbt", zitiert das Nachrichtenportal den Politiker.

Ungarns Präsident Viktor Orban habe Netanjahu zugestimmt. Die EU setze auch Mitgliedsstaaten ähnliche Bedingungen. "Wir verstehen definitiv, über was wir hier sprechen", zitiert "ynet" den ungarischen Staatschefs.

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(ujo)

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