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19/07/2017 06:37 CEST | Aktualisiert 19/07/2017 08:45 CEST

Berichte über Geheimtreffen von Trump und Putin - der US-Präsident findet nichts Verwerfliches daran

Carlos Barria / Reuters
Berichte über Geheimtreffen von Trump und Putin - der US-Präsident findet nichts Verwerfliches daran

  • US-Präsident Trump und Russlands Staatschef Putin sollen sich beim G20-Gipfel ein zweites Mal unterhalten haben

  • Trump nennt die Berichte "krank"

  • Die Demokraten üben heftige Kritik - und stellen einen Forderung an den Präsidenten

US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin sollen beim G20-Gipfel in Hamburg nach ihrer mehr als zweistündigen Unterhaltung ein zweites Mal lange miteinander gesprochen haben. Das berichteten am Dienstag mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und der Sender CNN unter Berufung auf eine Quelle im Weißen Haus.

Trump schien das Gespräch an sich in einem Tweet indirekt einzuräumen, wollte darin aber nichts Verwerfliches erkennen und warf den Medien im Gegenzug Stimmungsmache vor.

Nur ein russischer Dolmetscher anwesend

Der Republikaner soll sich während des Abendessens der Staats- und Regierungschefs samt Ehefrauen in der Hamburger Elbphilharmonie von seinem Platz neben Japans Ministerpräsident Shinzo Abe entfernt und neben Putin gesetzt haben. Direkt dabei soll nur Putins Dolmetscher gesessen haben, rund eine Stunde habe das Gespräch gegen Ende des Dinners gedauert, heißt es in den Medienberichten. Über Inhalte wurde nichts bekannt.

"Die Falschnachricht zu einem geheimen Dinner mit Putin ist 'krank'", schrieb Trump kurz danach auf Twitter. Schließlich seien alle G20-Spitzen und deren Partner von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeladen worden. "Selbst einem für 20 Spitzenpolitiker organisierten Abendessen in Deutschland wird ein finsterer Anstrich verpasst", schimpfte Trump.

Das Weiße Haus teilte mit, alle Staatschefs hätten während des Dinners ihre Plätze gewechselt. Trump habe sich nur kurz mit Putin unterhalten, gegen Ende des Essens.

"Die Alarmglocken schrillen"

Der bekannte Juraprofessor Lawrence Friedman dagegen twitterte: "Den russischen Staatschef für so lange Zeit und ohne eigenen Übersetzer und ohne US-Begleitung zu treffen, ist ein diplomatisches Fehlverhalten, egal, worüber sie gesprochen haben."

Auch der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im US-Repräsentantenhaus ließ Trumps Version nicht gelten: Die Berichte über das zweite, bislang unbekannte Gespräch der beiden Präsidenten in Hamburg lasse "gleich mehrere Alarmglocken schrillen", erklärte der Demokrat Eliot Engel.

"Was wurde dort besprochen, das nicht während des ersten zweistündigen Treffens besprochen werden konnte? Warum waren keine anderen Regierungsvertreter - und nicht einmal ein (US-)Dolmetscher - zugegen? Und warum hat das Weiße Haus aus diesem Treffen ein Geheimnis gemacht?" Trump sei den Amerikanern eine Erklärung schuldig.

Also ob den US-Präsidenten so eine Forderung schon jemals interessiert hätte.

Mehr zum Thema: Trump und die Mafia: Wie schmutziges Geld aus Russland den Erfolg des heutigen US-Präsidenten ermöglichte

Mit Material der dpa.

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(sk)

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