Ehrlich und ungeschönt: Diese Fotos zeigen die Seite des Stillens, über die keiner spricht

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Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Refinery29.

Wer schießt einem in den Kopf, wenn man ans Stillen denkt: eine ruhige, götterhafte Mutter, die wunderschön aussieht, während sie ihr ebenso wunderschönes Baby stillt?

Oder eine abgekämpfte Mutter, die in der Öffentlichkeit völlig genervt ihr Oberteil zum Stillen hochzieht und dafür in den sozialen Medien verurteilt wird?

Und nächste Frage: Gehört zum Bild des Stillens eine Brustpumpe oder ein mit abgepumpter Muttermilch gefüllter Kühlschrank?
Für viele Frauen spielt Technologie bei der Frage, wie man sein Kind ernähren oder zurück an den Arbeitsplatz kehren kann, eine kritische Rolle.

Stillen ist nicht immer nur mühelos und schön

Aber die meisten Menschen tendieren dazu, diese Hilfsmittel zu vergessen, wenn sie auch nur ans Stillen denken. Dieser Wahrnehmung – dass das Muttersein ein müheloses, natürliches Unterfangen zu sein hat – will Fotografin und Mutter Leah DeVun in ihrer Serie The Age Of Mechanical Reproduction entgegenwirken.

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"Wie Frauen ihre Kinder erziehen oder gar stillen wird von vielen Seiten oft enorm kritisiert,“ erklärt DeVun gegenüber Refinery29. "Leute sind wirklich wahnsinnig involviert in die Entscheidungen, die Frauen über ihre Körper und welche Auswirkungen das auf ihre Kinder hat, treffen.“

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Ihre Fotos zeigen Frauen beim Stillen – nüchtern, ohne abstoßend oder performativ zu wirken. Sie porträtieren schlichtweg Frauen, "die schnörkellos sind und schnörkellose Dinge machen,” sagt DeVun.

Mehr zum Thema: Ehrliche Worte einer Mutter: "Ich wünschte, ich hätte mein Baby nie gestillt"

Sie hofft, dass ihre Fotos zu der aufsteigenden Protestwelle gegen Mutter-Shaming beitragen, indem sie zeigen, dass es keine richtige oder falsche Art und Weise gibt, sein Baby zu stillen.

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In Bezug auf die öffentlichen Reaktionen auf ihre Bilder erklärt DeVun, dass viele ihren Bemühungen, das Muttersein diverser darzustellen, applaudierten. Andererseits haben sich aber auch andere auf den – wie sie es nennt – "iiih-Ekelfaktor” eingeschossen, oder schlichtweg auf die Tatsache, dass diese Fotos definitiv NSFW, also unangemessen und zu explizit für den Arbeitsplatz, sind.

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Diese Art der Reaktionen verfehlen offensichtlich den eigentlichen Punkt ihrer Arbeiten, aber DeVun glaubt dennoch, dass ihre Bilder helfen, eine größere Konversation darüber, was von Müttern eigentlich erwartet wird, zu entfachen.

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"Auch wenn die Leute ziemlich kontroverse und vor allem emotionale Meinungen über meine Bilder haben, denke ich doch, dass es mehr als wichtig ist, diese Konversationen überhaupt in einem öffentlichen Raum zu führen,” sagt sie.

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(lk)

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