Die EU hat einen neuen Vorschlag, die Flüchtlingskrise einzudämmen – er zeigt, wie weltfremd die Politiker sind

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  • Die EU schränkt die Ausfuhr von Schlauchbooten nach Libyen ein
  • Das soll Flüchtlinge aufhalten
  • Was für eine dämliche Idee

Die EU hat einen neuen Vorschlag, die Flüchtlingskrise einzudämmen. Die Idee zeigt, wie weltfremd die Politiker sind.

Ausgangslage: Libyen ist das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen.

Und jetzt kommt’s: Die EU schränkt die Ausfuhr von Schlauchbooten und Außenbordmotoren nach Libyen ein, um Schleusern ihr Geschäft zu erschweren.

Weniger Boote gleich weniger Flüchtlinge?

Auf eine entsprechende Regelung haben sich die Außenminister der Staatengemeinschaft geeinigt. In Gesprächen mit Drittstaaten soll zudem geprüft werden, wie die Beschränkungen über die EU hinaus ausgeweitet werden können.

Weniger Boote gleich weniger Flüchtlinge, so soll wohl die Rechnung sein.

Tolle Idee. Damit werden sich diese Flüchtlinge doch endlich stoppen lassen.

Im Ernst: Glauben Politiker wirklich, dass Menschen auf der Flucht vor Krieg und im Kampf ums Überleben sich davon aufhalten lassen, dass es kein nagelneues Schlauchboot für die Überfahrt nach Europa gibt?

Wohl kaum – wie auch das Video oben zeigt.

“Nie in meinem Leben habe ich so schlimme Verhältnisse gesehen und erlebt wie in diesen Lagern", hat ein Kriegsreporter über Libyen gesagt. "Für mich ist das die Hölle.”

Der bessere Ansatz wäre nach wie vor, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Dann bräuchte sich in Europa auch niemand Gedanken machen, wie man die Menschen an der gefährlichen Überfahrt hindert.

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(chr)

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