Appell einer Mutter, deren Tochter mit 18 Tagen starb: "Lasst nicht jeden gleich euer Baby anfassen"

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  • Ein Paar aus den USA hat sein Baby auf tragische Weise verloren
  • Mariana starb im Alter von nur 18 Tagen an Meningitis - übertragen wohl durch einen Kuss
  • Jetzt hat ihre Mutter einen eindringlichen Appell an alle Eltern

Nicole und Shane Sifrit aus dem US-Bundesstaat Iowa haben das Schlimmste erlebt, was jungen Eltern passieren kann: Sie haben ihr Baby verloren, als es erst wenige Tage alt war.

Die kleine Mariana kam völlig gesund zur Welt, steckte sich aber wenige Tage nach ihrer Geburt mit dem Herpes-simplex-Virus an. In seltenen Fällen kann HSV-1 im Körper zu einer Meningitis-Erkrankung führen.

Mariana hatte das Pech, zu diesen seltenen Fällen zu gehören.

“Es passiert sehr oft, dass sich Menschen mit dem Virus anstecken”, sagte Tanya Altmann, eine Kinderärztin aus Kalifornien, dem Sender CNN. “Die ersten zwei Monate, nachdem ein Kind auf die Welt gekommen ist, sind sehr kritisch, weil sich ein Virus da noch sehr schnell in dem kleinen Körper verbreiten und eine schwere Krankheit auslösen kann.”

Am Tag ihrer Hochzeit brachten die Eltern Mariana ins Krankenhaus

Dass etwas mit dem Neugeborenen nicht stimmte, bemerkten die Eltern am Tag ihrer Hochzeit, die eine Woche nach Marianas Geburt stattfand. Zwei Stunden nach der Zeremonie sei Nicole und Shane aufgefallen, dass ihr Baby nicht mehr trinken wollte und auch nicht mehr aufwachte, sagten sie dem Sender WHO.

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“Sie hatte aufgehört zu atmen, und ihre Organe begannen damit, ihre Arbeit einzustellen”, sagte Nicole Sifrit.

Sofort verließen die Frischvermählten ihre eigene Hochzeitsfeier und brachten Mariana in ein nahegelegenes Kinderkrankenhaus. Dort stellten die Ärzte fest, dass sich das kleine Mädchen mit HSV-1 infiziert hatte.

Das Virus ist hochansteckend und wird durch Tröpfeninfektion übertragen. Bei wem sich das Baby angesteckt hat, können die Eltern nicht mit Sicherheit sagen. Klar aber ist: Die Eltern selbst können es nicht gewesen sein. Denn beide seien negativ auf das Virus getestet worden, sagten sie dem Sender WHO.

Der kleine Körper war nicht stark genug, um das Virus abzuwehren

Knapp zwei Wochen kämpfte Mariana im Krankenhaus um ihr Leben, doch ihr kleiner Körper war noch zu schwach, um das Virus zu besiegen.

Am Dienstagmorgen schrieb ihre Mutter auf Facebook:

“Unsere Prinzessin Mariana Reese Sifrit ist heute Morgen um 8.41 Uhr mit ihren Engelsflügeln davongeflogen. Ihr Papa hielt sie im Arm und ihre Mama saß direkt daneben. Sie muss nicht länger leiden.”

Indem sie ihre Geschichte öffentlich machen, wollen sie und ihr Mann auf die Gefahr aufmerksam machen, der Babys in den ersten Monaten ihres Lebens ausgesetzt sind.

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“Ich wusste, dass solche Dinge passieren können und wie schlimm das ist”, sagte Shane dem Sender WHO. “Doch ich hätte nie gedacht, dass es uns widerfahren würde. Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet.”

Es wird vermutet, dass Mariana sich mit dem tödlichen Virus angesteckt hat, weil jemand sie küsste, der damit infiziert war.

Nicole hat deswegen einen Appell an alle Eltern: “Lasst nicht einfach jeden euer Baby küssen und stellt sicher, dass sie um Erlaubnis fragen, bevor sie euer Baby hochheben”, sagte sie WHO. “Und sagt allen, sie sollen ihre Hände waschen, bevor sie das Baby anfassen.”

Auch das US Center for Disease Control and Prevention (CDC) rät Eltern, in den ersten Monaten besonders sorgsam darauf zu achten, dass ihr Baby nicht mit schädlichen Viren in Kontakt kommt.

Insbesondere Babys unter einem Monat seien sehr anfällig dafür, lebensbedrohlich zu erkranken, wenn sie sich mit dem HS-Virus ansteckten, warnt die Behörde.

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(ame)

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