Die "Bild"-Zeitung entwirft ein Wahlprogramm - und bekommt Lob von ungewollter Seite

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BILD ZEITUNG
Die "Bild"-Zeitung entwirft ein Wahlprogramm - und bekommt Lob von ungewollter Seite | dpa
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  • Die "Bild"-Zeitung hat ein eigenes Wahlprogramm vorgestellt
  • Die AfD lobte das Programm - denn der Inhalt erinnerte einige in der Partei an die eigenen Positionen

Die “Bild”-Zeitung ist ja bekanntermaßen für eine Überraschung gut. Aber dass sich Europas meistgelesene Tageszeitung nun quasi auf eine Stufe mit den deutschen Parteien stellt und in diesen Tagen ein Wahlprogramm erstellt, hat dann doch für Wirbel gesorgt.

Hier einige der Forderungen, die “Bild” aufgestellt hat:

Asylsuchende sollen sich endlich anpassen
Täter dürfen in Deutschland nicht ungeschoren davon kommen
Fußfesseln für Gefährder
Weniger Geld für den öffentlichen Rundfunk
Mehr Video-Überwachung
Eine Männerquote bei Lehrern

Dem geneigten Politik-Beobachter werden einige dieser Punkte sehr bekannt vorkommen - aus dem Wahlprogramm einer Partei. Und das ist die AfD - ob von den “Bild”-Redakteuren gewollt oder nicht.

Gut gemacht, sagen die Rechtspopulisten

Diese Tatsache ist auch der rechtspopulistischen Partei nicht entgangen. In mehreren Tweets lobte sie die “Bild” für ihre Ideen:

"Was sich die Bürger wünschen, finden Sie längst im Wahlprogramm der AfD", heißt es auf dem Twitter-Account der AfD.

"So schnell kann gehen (sic!): Das 'Bild'-Wahlprogramm liest sich wie das der AfD. Gut gemacht", twittert die Berliner AfD.

Wie war das noch vor zwei Jahren?

Die Ideen der “Bild” riechen ähnlich wie die Forderungen der AfD nach Stammtisch. Finanzierbarkeit? Rechtliche Umsetzbarkeit? Diese Fragen standen offenbar nicht im Vordergrund.

Wäre die "Bild"-Zeitung tatsächlich eine Partei, wären ihre Anhänger zudem von ihren Kursänderungen irritiert. Denn hat die Boulevard-Zeitung nicht noch im Sommer 2015 eine große "Refugees Welcome"-Aktion ins Leben gerufen? Mit Buttons, Spenden und Armbinden für Bundesliga-Spieler?

Ja, damals, vor zwei Jahren war es eben noch in Mode, für Flüchtlinge zu sein. Damals konnte man damit offenbar noch Aufsehen erregen. Heute, wo den Medien generell vorgeworfen wird, link-grün-versifft zu sein, will sich die "Bild" wohl davon distanzieren - auch wenn sie sich dann inhaltlich in die Nähe der AfD begibt.

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