Krawalle und sexuelle Übergriffe auf Volksfest in Schorndorf – und AfD-Vize Storch hat sofort eine Lüge parat

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Krawalle und sexuelle Übergriffe auf Volksfest in Schorndorf – und eine AfD-Politikerin hat sofort eine Lüge parat | Pradeep Thomas Thundiyil via Getty Images
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  • Krawalle und sexuelle Übergriffe auf einem Volksfest in Schorndorf alarmieren Polizei und Politiker
  • Die AfD nutzt die Aufregung für platte Stimmungsmache gegen Flüchtlinge - auch mit Lügen

Die ersten Meldungen aus Schorndorf waren nur wenige Stunden alt, da warf die AfD schon mit falschen Fakten um sich.

In der Stadt bei Stuttgart kam es am Wochenende zu sexuellen Übergriffen und Krawallen. Die wenigen Erkenntnisse, die die Polizei bislang sammeln konnte, teilte sie am Montagmorgen in einer Pressekonferenz mit.

Demnach soll eine 17-Jährige von drei jungen afghanischen Asylbewerbern zwischen 18 und 20 Jahren festgehalten und am Po begrapscht worden sein.

Bereits am Freitag belästigte ein 20 Jahre alter Iraker eine Frau

In der Nacht zum Sonntag versammelten sich rund 1000 junge Leute im Schlosspark der Stadt. Es kam zu Ausschreitungen, Randalierer bewarfen Besucher und Einsatzkräfte mit Flaschen

Aus dieser letzten Zahl - 1000 junge Menschen - machten einige AfD-Politiker einfach 1000 Migranten. Ohne, dass es dafür irgendeinen Beleg gäbe.

AfD-Vize Beatrix von Storch schrieb etwa von einer "islamische Grapschparty"

Und der AfD-Politiker Maximilian Krah schrieb in den sozialen Medien:

Polizeichef Roland Eisele sagte dazu in der Pressekonferenz am Montag allerdings:

"Mit solchen Zahlen muss man vorsichtig sein, weil sie sich nicht verifizieren lassen. Wir können den Anteil der Migranten in der Gruppe nicht feststellen. Sie waren dort auch vertreten, aber eben nicht nur."

Im Klartext: Niemand weiß, wie viele Migranten tatsächlich bei den Ausschreitungen mitgemacht haben. Niemand weiß außerdem, wie viele davon Flüchtlinge waren.

Auch nicht die AfD.

Dass dieser platte Mischmasch aus Vorverurteilungen, Hetze und falschen Fakten nicht funktioniert, zeigen Umfragen.

Noch im Mai rief Spitzenkandidaten Alice Weidel das 15-Prozent-Ziel für die Bundestagswahl aus. Derzeit ist allerdings gar ein zweistelliges Ergebnis illusorisch.

Zudem laufen der Partei aus Sorge vor einem Rechtsruck führende Mitglieder davon - wie kürzlich in Berlin, Niedersachsen und Brandenburg.

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(ks)

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