Selten hat sich eine bekannte deutsche Marke so lächerlich gemacht

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CORAL
Ein Waschmittel ist eben viel mehr als bloß ein Waschmittel. | Facebook/Coral
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  • Unilever hat für seine Marke Coral hat eine Werbekampagne auf Instagram gestartet
  • Promis und Blogger wurden mit dem Waschmittel fotografiert
  • Das Ergebnis ist aus verschiedenen Gründen mehr als peinlich

Der Konzern Unilever weiß: Gute Werbung ist authentische Werbung. Also hat sich das Unternehmen für das Vollwaschmittel Coral eine ganz besondere Kampagne überlegt.

"Wir müssen die jungen Menschen erreichen", dachten sich die Werber wahrscheinlich. "Über diese Influencer, die auf Instagram." Aber einfach einem Prominenten das Waschmittel beim Waschen in die Hand zu drücken - das wäre zu auffällig. Sie wollten das Waschmittel lieber unauffällig in den Alltag integrieren.

Und außerdem zeigen: Ein Waschmittel ist so viel mehr als bloß ein Waschmittel. Es ist wie ein kleines Haustier, wie ein bester Freund, wie die Liebe des Lebens.

Für Sebastian Pannek zum Beispiel. Er musste erst als "Bachelor" bei RTL mitmachen, um herauszufinden, wen er wirklich sucht: kein Vollweib, sondern ein Vollwaschmittel.

Es ist die große Liebe zwischen Pannek und seiner Coral

Jemanden, der nicht spricht, nicht nervt und natürlich seine Vorlieben teilt (schwarze Kleidung und im Waschsalon auf dem Boden herumsitzen). Der verträumte Blick des Ex-Bachelors lässt die Kleidung schon vor der Wäsche einweichen.

Ganz sicher: Es ist die ganz, ganz große Liebe zwischen ihm und der Coral-Flasche.

Da kann man nur hoffen, dass seine Freundin Clea-Lacy (nein, das ist kein Waschmittel, sie heißt wirklich so) nicht neidisch wird. Aber offenbar hat auch sie sich mit Panneks Neuer angefreundet.

Auf Instagram hat sie ein Foto geteilt, auf dem beide lässig an einer Wand posen. Also eine typische Haltung, die man mit seinem Waschmittel einnimmt. Bleibt nur noch eine Frage: Wozu hat Clea-Lacy einen Regenschirm dabei? Im trockenen Zustand kann sie das Waschmittel doch gar nicht verwenden!

Fiona Erdmann hat sich mal wieder schmutzig gemacht

Model Fiona Erdmann freut sich offenbar gerade darüber, dass sie in eine frisch geteerte Straße gefallen ist. Kein Problem für sie, denn zum Glück gibt es ja Coral.

Also streng genommen ist das Waschmittel für Kleidung. Aber zum Duschen eignet es sich bestimmt auch perfekt.

Ähm, zum Duschen in der Waschmaschine. Einmal den Kopf in die Trommel und schon ist Fiona Erdmann wie neu. Das erklärt dann auch, warum man in Teer-Straßen fällt.

Woran du erkennst, dass du kein besonders fröhliches Leben führst? Wenn du dich vor lauter Freude über einen Waschgang lachend auf eine Waschmaschine wirfst.

Hoffen wir, dass Bloggerin Lisa-Marie Schiffner einfach ein bisschen zu viel getrunken hat - eine Flasche Vollwaschmittel vermutlich.

Es soll ja Menschen geben, die nur in frisch gewaschenen Betten gut schlafen können. Und es gibt Menschen, die einfach ein Vollwaschmittel mit ins Bett nehmen.

"Schatz, dein Arm fühlt sich so kalt an." - "Das ist mein Vollwaschmittel."

Romantisch!

Der Job als "GZSZ"-Darstellerin scheint nicht leicht zu sein. Denn zu der Bilderbuchfamilie von Isabel Horn gehören offenbar auch Oma und Opa Coral. Oder wozu sonst braucht man ein Vollwaschmittel beim Wäsche Aufhängen?

Die enge Verbindung zu ihrem Waschmittel scheinen auch andere Stars zu spüren. Ein Paparazzo hat die Sängerin Grace Capristo ganz zufällig auf dem Fahrrad erwischt - huch! Und was hatte sie dabei? Ihre Coral-Flasche!

Wahrscheinlich traut sie sich nur mit Waschmittel im weißen Kleidchen Fahrrad zu fahren.

Also wir haben ja schon viel schlechte Werbung auf Instagram gesehen, aber diese Kampagne von Coral ist definitiv die peinlichste seit Langem. Noch auffälliger Werbung zu machen als Sängerin Sarah Lombardi für Fitness-Shakes ist allerdings auch eine Art Leistung.

Mehr zum Thema: So plump scheffelt Sarah Lombardi Geld durch den Ehestreit mit Pietro

Pro Post gibt es bis zu 500.000 Euro

Dass die Werbung auf Instagram so große Beliebtheit genießt, ist kein Wunder - diese Form der Werbung soll sich für Unternehmen zwölfmal mehr auszahlen als klassische digitale Werbung. Gezielt suchen sich Unternehmen deshalb die Stars oder Blogger mit den meisten Followern aus und nutzen sie für ihre Zwecke.

Das liegt meistens in beidseitigem Interesse, denn: Die richtig großen Stars wie Sängerin Selena Gomez sollen mit nur einem Instagram-Post bis zu 500.000 Euro verdienen, wie die "D'Marie Analytics Group" berechnet hat. Auch wenn es bei deutschen Bloggern etwas weniger sein dürfte: Sich dafür einmal lachend auf einer Waschmaschine zu wälzen, lohnt sich.

Wie gut, dass die Werbung so offensichtlich schlecht gemacht ist, dass sie auch der größte Fan sofort entlarvt, wie an den Kommentaren zu sehen ist. Ein Follower von Isabell Horn kommentierte beispielsweise:

"Wenn man schon nicht im TV zu sehen ist... muss ja irgendwoher trotzdem Geld fließen."

Wie wahr.

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(lk)

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