Gabriel wütend über G20-Anschuldigungen der Union: "So etwas macht man nicht unter Demokraten"

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SIGMAR GABRIEL
Gabriel wütend über G20-Anschuldigungen der Union: "So etwas macht man nicht unter Demokraten" | Ismail Zetouni / Reuters
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  • SPD-Minister Sigmar Gabriel hat in einem Interview die Union attackiert
  • Angesprochen auf die gewaltsamen Linksextremisten beim G20-Gipfel in Hamburg machte Gabriel seinem Unmut Luft
  • Die Union rücke die SPD gewollt in Richtung der Gewalttäter - das sei "unanständig"

Für Sigmar Gabriel war der G20-Gipfel keine glorreiche Veranstaltung. "Leider ist es heutzutage schon ein Erfolg, wenn sich die Staats- und Regierungschefs der Welt überhaupt treffen, um miteinander zu reden", sagte der Bundesaußenminister dem Magazin "Focus".

Die eigentlichen Probleme der Welt - "Krieg, Bürgerkrieg, Hunger, Armut, Flucht und Vertreibung" - seien leider nicht zur Sprache gekommen. Dafür aber natürlich die Krawalle in Hamburg während des Gipfels.

Der "Focus" fragte Gabriel so auch, ob Sozialdemokraten und Linke ein Problem damit hätten, sich klar von Linksterrorismus oder Linksextremismus zu distanzieren. Und brachten den Minister damit zu einer Schelte gegen die Unionsparteien.

Gabriel: "Was die CDU/CSU da treibt, ist unanständig"

"Das versucht die CDU/CSU jetzt im Wahlkampf, den Menschen einzureden", startete Gabriel. "Ausgerechnet die Parteien, die seit zwölf Jahren für die innere Sicherheit in Deutschland Verantwortung tragen und alle Innenminister stellen."

Die Gewerkschaft der Polizei habe bereits ausgesagt, dass in dieser Zeit 14.000 Polizisten zu wenig eingestellt worden seien. Gabriel selbst habe gegen die CDU 3000 neue Stellen durchsetzen müssen.

"Für die SPD ist der Vorwurf der CDU/CSU so skandalös, dass wir Mühe haben, dabei ruhig zu bleiben. Die SPD ist die einzige Partei, deren Mitglieder in ihrer Geschichte immer von links und rechts außen attackiert, verfolgt, eingesperrt und sogar umgebracht wurden", sagte der Minister dem "Focus".

Er fügte hinzu: "Es war SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der den RAF-Terror kompromisslos bekämpft hat. Was die CDU/CSU da gegen uns treibt, ist schlicht unanständig." So etwas mache man nicht unter Demokraten, sagte Gabriel.

Und setzte noch einen drauf: "Wir wären nie auf die Idee gekommen, die CDU/CSU angesichts der Brandanschläge von Neonazis in deren Nähe zu rücken."

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