IG-Metall fordert die 28-Stunden-Woche, doch der Arbeitgeber-Chef warnt vor verheerenden Folgen

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IG-Metall fordert die 28-Stunden-Woche, doch der Arbeitgeber-Chef warnt vor verheerenden Folgen | ozgurdonmaz via Getty Images
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  • Schon Ende Juni hat die Gewerkschaft IG-Metall eine 28-Stunden-Woche gefordert
  • Gesamtmetall-Präsident Dulge hat sich nun zum Vorhaben geäußert - und droht mit massivem Widerstand der Unternehmen
  • Die Folge könnten wochenlange Streiks sein - wie in den 1980er Jahren

Der Metallbranche steht womöglich ein harter Arbeitskampf bevor. Bereits Ende Juni hatte die Arbeitnehmer-Gewerkschaft IG Metall kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn für alle gefordert.

Sämtliche Beschäftigte der wichtigsten deutschen Industriezweige sollten auf freiwilliger Basis ihre Wochenarbeitszeit temporär auf bis zu 28 Stunden reduzieren können, erklärte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. Schichtarbeiter, junge Eltern und pflegende Familienangehörige sollten zudem bei verkürzter Arbeitszeit einen Lohnausgleich erhalten. "Wir sehen das als Sozialleistung der Arbeitgeber, die in die Zeit passt", erklärte Hofmann.

Der Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger droht nun mit massivem Widerstand der Unternehmen. Wenn die Gewerkschaft die 28-Stunden-Woche mit Lohnausgleich wolle, öffne sie die Büchse der Pandora, warnt Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger im Interview mit dem "Handelsblatt".

Arbeitgeber warnen vor Produktionsverlagerungen ins Ausland

"Das zerschlägt nicht nur nachhaltig unseren wirtschaftlichen Erfolg, wir würden auch eine massive Tarifflucht erleben. Und Produktionsverlagerungen ins Ausland", warnt Dulger. Er befürchtet auch, dass mit der verkürzten Wochenarbeitszeit die Arbeit in Deutschland nicht mehr bewältigt werden könne.

Bisher beträgt die durchschnittliche tariflich vereinbarte Wochenarbeitszeit 35 Stunden.

Die Forderung der IG-Metall ist nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren legte die Gewerkschaft für die 35-Stunden-Woche zahlreiche Betriebe für fast zwei Monate lahm.

Das könnte nun bald wieder bevorstehen. Denn auch die Union und SPD setzen im Wahlkampf auf das Thema.

(Mit Material der dpa)

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