476 Polizisten sollen sich beim G20-Gipfel verletzt haben - doch die Zahl verrät nur die halbe Wahrheit

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  • 476 Polizisten sollen bei den Ausschreitungen um den G20-Gipfel verletzt worden sein
  • Diese Zahl ist allerdings stark übertrieben
  • Mehr über die Verletzten-Statistik seht ihr im Video oben

Bei einer Pressekonferenz der Hamburger Polizei wurde nun erstmals bekannt, wie viele Polizisten bei den G20-Randalen verletzt wurden: 476 sollen es sein.

Sehr weit gefasste Definition des Begriffs "verletzt"

Dass diese Zahl mit Vorsicht zu genießen ist, fand nun "Buzzfeed News" heraus. Bei Befragungen aller 16 Landespolizeibehörden und der Bundespolizei kam ans Licht, dass der Begriff "verletzt" hier sehr weit gefasst wurde - genau wie der Zeitraum, in dem die Verletzungen passiert sein sollen.

So beinhaltet die Zahl auch Beschwerden, die die Polizisten vor den Krawallen hatten. Fast die Hälfte aller Verletzungen wurden vor den Auseinandersetzungen gemeldet.

Außerdem wären viele Beamte auch nur dehydriert gewesen oder hatten Kreislaufprobleme, schreibt "Buzzfeed". Aus versicherungstechnischen Gründen wurden diese Vorfälle aber dennoch mit in die Statistik aufgenommen.

21 Beamte schwer verletzt

Insgesamt wurden 21 Beamte so schwer verletzt, dass sie am Folgetag oder in den Tagen darauf nicht wieder einsatzfähig waren. Mehr als 95 Prozent der Verletzten konnten aber nach einer kurzen Behandlungspause wieder ihren Dienst machen.

Von 476 verletzten Polizisten zu sprechen, ist also eine täuschende Aussage.

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(jg)

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