Medienbericht: Journalisten haben ihre Akkreditierung beim G20-Gipfel verloren - wegen einer Panne

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Medienbericht: Journalisten haben ihre Akkreditierung beim G20-Gipfel verloren - wegen einer Panne | Jason Reed / Reuters
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  • Beim G20-Gipfel haben 32 Journalisten kurzfristig ihre Akkreditierung verloren - offenbar wegen einer Panne
  • Bekannt ist nun auch: Manche der Journalisten wurden als Linksextreme oder Reichsbürger eingestuft

Eine Panne bei der Organisation der Akkreditierungen sei der Grund, warum 32 Journalisten ihre Akkreditierung beim G20-Gipfel kurzfristig entzogen wurde. Das berichten die “Süddeutschen Zeitung”, der NDR und der WDR.

Die Behörden hatten offenbar schon Wochen vor dem G20-Treffen Sicherheitsbedenken über die Journalisten, berichtet die "SZ". Daher hätten sie nur einen Zutritt zum Gipfel mit einer Beschränkung erhalten sollen:

Sie sollten nicht bei den Poolterminen anwesend sein, bei denen auch die Staatsoberhäupter in greifbarer Nähe gewesen wären.

Doch fälschlicherweise hätten alle 32 Journalisten sogenannte Poolkarten erhalten. Das Bundespresseamt habe sich nicht mit den Listen des BKA abgestimmt.

Als der Bundesverfassungsschutz am Donnerstagabend neue Erkenntnisse zu vier der 32 Journalisten vorliegen hatte, hätten die Verantwortlichen entschieden, allen 32 Journalisten die Akkreditierung zu entziehen - um eine Gefährdung auszuschließen.

Extremisten und Reichsbürger mutmaßlich unter den Journalisten

Jetzt stellt sich außerdem heraus: Mehrere der 32 Journalisten seien "Personen mit Straftaten und Verurteilungen”. Außerdem hätten einige von ihnen Verbindungen zu linksextremen Gruppen. Das sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

Unter den Straftaten seien Anzeigen oder auch Verurteilungen wegen Nötigung, Hausfriedensbruch oder gefährlicher Körperverletzung gewesen. Solche Einträge habe es bei internen Listen des Bundeskriminalamts und des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) gegeben, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Bei anderen Journalisten soll jedoch nur eine einfache Bemerkung wie “BfV-Erkenntnisse” und “Reichsbürger” zum Entzug der Akkreditierung geführt haben.

Zuvor hatten Medien spekuliert, ob der türkische Geheimdienst den Ausschlag gegeben hatte, den Journalisten die Akkreditierung zu entziehen. Einige der Journalisten hatten zuvor in der Türkei gearbeitet, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte.

Mit Material der dpa

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(ks)

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