Trumps Vize Pence ist bisher nicht in den Russland-Skandal verwickelt - doch jetzt bringt ihn ein Interview in Bedrängnis

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MIKE PENCE
Trumps Vize Mike Pence ist bisher nicht in den Russland-Skandal verwickelt - doch jetzt bringt ihn ein Interview in Bedrängnis | Carlos Barria / Reuters
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  • Die Russland-Affäre von Donald Trump zieht immer weitere Kreise
  • Mitarbeiter und Familienmitglieder des US-Präsidenten geraten in Verdacht
  • Noch nicht betroffen ist Vizepräsident Mike Pence - doch ein Interview bringt ihn in Bedrängnis

Michael Flynn, Paul Manafort, Jared Kushner, Donald Trump Jr.: Wer für Donald Trump arbeitet oder sogar mit ihm verwandt ist, muss mit Skandalen umgehen können. US-Vizepräsident Mike Pence versucht bislang penibel, sich aus der Schlammschlacht um Trumps mögliche Kreml-Kontakte herauszuhalten.

Meist gelingt ihm das. Der evangelikale Konservative ist ein stiller und unauffälliger Präsidentenvertreter. Politisch hält er sich zurück - auch, so spekulieren viele in Washington, weil sich Pence auf seinen großen Moment vorbereitet. Den, in dem er die Macht von einem aus dem Amt gejagten Donald Trump übernimmt.

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Doch nach den Enthüllungen über Trumps Sohn Donald Trump Jr. gerät auch Pence in Bedrängnis. Wegen eines zunächst harmlos erscheinenden Interviews.

Traf sich Mike Pence mit russischen Kontaktmännern?

Geführt hat es am Mittwoch der Fox-Moderator Bill Hemmer mit Pence Sprecher Marc Lotter.

Wieder und wieder stellte Hemmer ein und dieselbe Frage: "Hat sich der Vizepräsident jemals mit Vertretern aus Russland getroffen?" Und wieder und wieder wich Lotter aus, ohne auf die Frage zu antworten.

Heraus kamen dann Aussagen wie diese:

"Der Vizepräsident ist nicht auf Bereiche fokussiert, die... wissen Sie.... in dieser Wahlkampagne, speziell Dinge die passiert sind... bevor er für sein Amt nominiert wurde... Wie er gesagt hat, als er zum Wahlkampfteam dazu kam, lag sein ganzer Fokus darauf, mit den Menschen in den USA zu sprechen, Donald Trumps Botschaft unter die Menschen in den USA zu bringen."

Einen Tag zuvor hatte Lotter abgestritten, dass Pence von dem Treffen zwischen Donald Trump Jr., Jared Kushner und Paul Manafort mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower gewusst habe.

Hemmer hakt nach, Lotter bleibt vage

Bill Hemmer wollte das nicht stehen lassen. Doch auf Nachfragen reagierte Lotter ebenso nebulös.

Die Russlandsache, "die schauen sich der Sonderermittler und seine Berater an", sagte Lotter. Und fügte auf eine abermalige Nachfrage Hemmers nach Kontakten zu russischen Personen hinzu: "Ich könnte mich nicht an etwas erinnern, dass ich gesehen hätte."

Überzeugende Antworten waren das nicht. Vielmehr lenkte Lotter unnötig den Verdacht auf seinen Chef. "Hat sich auch Mike Pence mit russischen Funktionären getroffen", fragte so etwa das US-Magazin "Newsweek".

Zumal Pence, wenn er sich denn mal zur Russland-Affäre äußerte, keine gute Figur machte. Dem Sender CBS sagte er im Januar auf die Frage hin, ob irgendwer in Trumps Team Kontakte zu Russland gehabt habe: "Natürlich nicht. Und ich glaube, dass Sie das andeuten, gibt den verrückten Gerüchten um die Trump-Kandidatur nur unnötig mehr Nahrung."

Nun hat sich gezeigt: Die Gerüchte sind wahr. Und Pence gerät wegen ihnen in Erklärungsnöte.

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(lp)

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