Diese 16 jungen Menschen würden ihren Pass sofort gegen einen europäischen eintauschen

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PULSE OF EUROPE
Diese 14 jungen Menschen würden ihren Pass sofort gegen einen Europäischen eintauschen | Thomas Lohnes via Getty Images
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  • Noch vor einem Jahr schien die EU in einer tiefen Krise zu stecken
  • Doch auch Statistiken zeigen: Gerade junge Menschen können sich für die EU begeistern
  • In der HuffPost erklären 16 junge Europäer, warum sie ihren Pass jederzeit gegen einen europäischen tauschen würden

Es ist noch kein Jahr her, da schrieben Politiker, Experten und auch viele Bürger die EU ab.

Rechtspopulisten schoben sich in Umfragen nach vorn. Millionen Briten blickten nach dem Brexit in eine unsichere Zukunft. In Frankreich hatte EU-Gegnerin Marine Le Pen gute Chancen, in den Élysée-Palast einzuziehen.

Journalisten und Polit-Experten rechneten mit dem Schlimmsten. Doch nur mit einer Sache rechneten die wenigsten: einer deutlichen Antwort der Europäer.

Tausende Menschen gingen für den Staatenbund auf die Straße. Studien zeigen: Gerade junge Menschen können sich für ein vereintes und offenes Europa begeistern.

Wir haben 16 von ihnen gefragt, ob sie ihren Pass gegen einen europäischen eintauschen würden. Das sind ihre erstaunlichen Antworten:

Akilnathan Logeswaran, Gründungsmitglied Stand Up for Europe München: "Wir werden Europa nicht mehr aufgeben!"

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"Ich war begeistert von Studienreisen in Italien, Slowenien, Kroatien und Belgien. Mit Leidenschaft habe ich in Deutschland, Ungarn, Österreich wie auch in Spanien studiert.

Europa und die Europäische Union ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die meine Generation nicht mehr aufgeben wird.

Nicht nur die grenzenlose Freiheit, sondern auch unsere tiefe Freundschaft zeigt uns, wie viel wir doch gemein haben. Ich freue mich, wenn meine Freunde und ich endlich den blauen europäischen Pass in der Hand halten können – denn wir sind doch schon lange soweit!"

Anna Wolff, 25, Künstlerin aus München: "Europa ist bunt"

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"Der europäische Gedanke ist für mich etwas wunderbares. Ich weiß genau, was es bedeutet, aufgrund des Äußeren einem bestimmten Land oder Kontinent zugeordnet zu werden - und das obwohl ich in Deutschland geboren bin.

Ein europäischer Pass könnte dazu beitragen, dass die Menschen aufhören, in Kategorien und Grenzen zu denken. Europa ist bunt!"

Tulle, 23, Studentin aus Dänemark: "Ich bin stolze Europäerin"

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"Natürlich würde ich meinen dänischen Pass sofort gegen einen europäischen tauschen. Momentan lebe ich in einer multikulturellen, vielsprachigen Großstadt und ich habe mich nie mehr zu Hause gefühlt, wie jetzt.

Ich identifiziere mich zu hundert Prozent mit der europäischen Kultur und ich bin stolzer darauf, Europäerin als Dänin zu sein."

David del Fabro, 23, Fotograf aus Dießen am Ammersee: "Nationalstolz ist total 20. Jahrhundert"

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"Mir ist es eigentlich völlig schnuppe, ob ich einen deutschen, italienischen oder polnischen Pass habe. Nationalstolz ist total 20. Jahrhundert.

Mehr zum Thema: "Europa ist unsere Zukunft, sonst haben wir keine"

Ich finde Europa ist gerade eine richtig entspannte Zone und ich will, dass das auch so bleibt. Wenn ein gemeinsamer Pass dazu beiträgt, soll mir das recht sein!"

Hanna, 28, arbeitet für Burda Forward in München: "Ich arbeite für eine europäische Zukunft"

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"Selbst ich habe als Kind noch erlebt, dass Landesgrenzen in Europa noch richtige Grenzen waren - mit Passkontrollen und Grenzbeamten, die darüber entscheiden, wer passieren darf und wer nicht.

Heute habe ich Freunde in all diesen Ländern, die ich jederzeit anrufen und besuchen kann, mit denen ich gemeinsam als Ehrenamtliche für eine Europäische Zukunft arbeite. Gerne würde ich mit ihnen auch eine Zugehörigkeit auf Papier teilen."

Nikolas Weiß, 21, Auszubildender aus München: "Es gibt keine Grenzen mehr"

"Wir Europäer sollten nicht durch Landesgrenzen oder durch Pässe getrennt sein! Ich habe mich noch nie in einem anderen europäischen Land fremd gefühlt.

Man sieht keine Grenzen und man bemerkt Kulturen, die fließend ineinander übergehen. Wir sprechen zwar andere Sprachen, können aber ohne Probleme miteinander kommunizieren.

Europa bedeutet für mich Freiheit, da ich mich frei bewegen kann, ohne an Grenzen angehalten zu werden, ich überall mit der gleichen Währung bezahlen kann und ich Menschen, Länder und Kulturen ohne Probleme kennenlernen kann. Man fühlt sich überall gleichgestellt. Jetzt fehlt nur noch ein gemeinsamer Pass."

Ivan Vasilev, 27, aus Bulgarien, Studium und Berufseinstieg in Deutschland: "EU-Pass? Ja, unter einer Bedingung"

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"Da ich in Bulgarien, Deutschland und Belgien gelebt habe und meine Freunde aus vielen Ländern kommen, identifiziere ich mich vielmehr als Europäer, wenn nicht sogar als Weltbürger.

Entsprechend würde ich meine Pässe gegen einen europäischen austauschen wollen. Einzige Voraussetzung: Dieser sollte mindestens so stark sein wie der deutsche, was visumfreies Reisen angeht!"

Ieva Dirvonskaite, 34, aus Litauen: "Ich fühle mich in Europa zu Hause"

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"Ich sehe mich selbst als Europäerin. Hier fühle ich mich zuhause. Egal ob in Spanien, Dänemark, Deutschland, Rumänien oder Litauen.

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Manchmal habe ich das Gefühl in Europa besser verstanden zu werden als zu Hause. Von daher würde ich natürlich meinen litauischen Pass gegen einen Europäischen tauschen."

Franziska Kiefl, 20, Studentin: "Das letzte Statement für unsere Gemeinschaft"

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"Grenzen haben wir uns selbst geschaffen. Sie sind nichts Greifbares und existieren - gerade in Europa - nur noch in unseren Köpfen. Wir leben doch jetzt schon in einer europäischen Union und treffen gemeinsam Entscheidungen.

Ein europäischer Pass wäre noch das letzte Statement für unsere Gemeinschaft. Denn auf die können wir jetzt schon stolz sein. Mir gefällt der Gedanke sehr gut, überall in Europa zu Hause zu sein."

Laurin Hahn, 24, Startup-Gründer: "Wir müssen über Grenzen hinweg arbeiten"

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"Als Gründer eines Startups erlebe ich jeden Tag, wie wichtig es ist, grenzübergreifend mit Menschen zusammenzuarbeiten.

Meine Mitarbeiter kommen aus Argentinien, Österreich, Deutschland, Frankreich und Indien und uns alle verbinden die gleichen Werte. Völlig egal, was in unseren Pässen steht."

Christian, 26, aus Rumänien: "Wir sollten uns auf Gemeinsames fokussieren"

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"Ich würde meinen Pass gegen einen EU-Pass eintauschen. Dann könnte ich an verschiedenen Orten leben und arbeiten. Ohne, dass ich mir über Aufenthaltsgenehmigungen Sorgen machen müsste.

Mehr zum Thema: Die junge Generation wünscht sich eine europäische Identität

Wir Europäer sollten uns auf unsere Gemeinsamkeiten fokussieren, nicht auf unsere Unterschiede."

Maximilian Klüpfel und Philipp Rathjen, Student und Mitarbeiter von Motius: "Grenzenloses Europa nicht mehr wegzudenken"

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"Ein grenzenloses Europa ist nicht mehr wegzudenken: Ich konnte mühelos einen Studienplatz und Philipp einen Job in Paris annehmen.

Doch über die individuell erlebbaren Vorteile der Freizügigkeit hinaus schaffen diese Austausche ein an gemeinsamen Werten orientiertes Gefühl der Einheit.

Ein Europäischer Pass hebt dieses Gefühl auf die Weltbühne. Denn die großen Probleme wie den Klimawandel und die Verteidigung freiheitlich-demokratischer Werte können wir am besten lösen, wenn wir mit einer gemeinsamen Stimme sprechen."

Julius Zimmer, 24, Journalist und Musiker

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"Jahrhundertelang wurde auf diesem Kontinent Blut vergossen. Die Gründe waren vielfältig: territoriale Bestrebungen, konfessionelle Streitigkeiten oder ein übersteigerter Nationalstolz.

Die Europäische Union beweist, dass wir Menschen in der Lage sind, aus Fehlern zu lernen - und bereit, das, was uns unterscheidet, dem unterzuordnen, was uns vereint."

Dr. Georg Fichtner, Mitorganisator von Pulse of Europe München: "Gerne sage ich ja"

"Ich bin Bayer, Deutscher und Europäer und auf alles bin ich stolz. Dennoch: Die Zukunft liegt im Zusammenschluss der europäischen Nationen, Winston Churchill hat das bereits richtig erkannt, als er die Vereinigten Staaten von Europa gefordert hat.

Gerne sage ich: Ja, ich tausche meinen Deutschen Pass gegen einen Europäischen, gleichzeitig bleibe ich aber auch Deutscher und Bayer."

Robert Stein, 20, aus Koblenz: "Wir sind nur so stark, wie unser Glaube an die EU"

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"Ich komme ursprünglich aus Koblenz in der nördlichen Rheinland-Pfalz. Wenn es möglich wäre, würde ich meinen deutschen Pass gegen einen europäischen eintauschen, denn die Europäische Union ist nur so stark wie der Glaube der einzelnen EU-Bürger an die Union."

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