"Pass auf dich auf, du Schlampe": So wüst bedroht Trumps Anwalt einen Kritiker

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KASOWITZ
Marc Kasowitz hat sich zu wüsten Drohungen hinreißen lassen. | JIM WATSON via Getty Images
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  • Marc Kasowitz, Anwalt von Donald Trump, hat einen Fremden in mehreren E-Mails bedroht und beschimpft
  • Nun will er sich bei dem Mann für sein Verhalten entschuldigen

Marc Kasowitz, der Anwalt von US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre, hat am Mittwochabend einen Fremden in mehreren E-Mails bedroht.

Der Betroffene, ein pensionierter Public-Relations-Spezialist im Westen der USA, der anonym bleiben möchte, hatte dem Anwalt eine E-Mail geschickt mit dem Betreff: "Resign Now", auf Deutsch übersetzt: "Tritt zurück".

Und dann ging es los: Kasowitz antwortete mit mehreren wütenden E-Mails. Eine davon enthielt folgende Aussage: "Ich bin nun an dir dran. Du verarschst mich (ja, im Original steht in der Tat "You are fucking with me"). Jetzt lass uns sehen, wer du bist. Pass auf dich auf, du Schlampe ("bitch").

In einer zweiten E-Mail schrieb der Trump-Anwalt: "Ruf mich an. Hab keine Angst, du Stück Scheiße. Steh auf. Falls du nicht anrufst, zeigt das nur, dass du Angst hast."

Und etwas später: "Ich weiß bereits, wo du wohnst. Ich bin an dir dran. Du kannst mich einfach anrufen. Du wirst mich kennenlernen. Ich verspreche es, Kumpel ("Bro")."

Kasowitz' Sprecher, Michael Sitrick, sagte am Donnerstag, er könne Kasowitz gerade nicht für einen Kommentar erreichen.

ProPublica, eine Organisation für investigativen Journalismus, bestätigte, dass die Telefonnummer des anonym bleibenden Mannes tatsächlich seiner Identität entspricht. Auch technische Details in den E-Mails, etwa IP-Adressen und die Kennzeichen von Mail-Servern, zeigten: Die E-Mails kamen tatsächlich von Kasowitz' Anwaltskanzlei.

Die Nummer von Kasowitz ist nun im Netz

In einer E-Mail gab Kasowitz zudem eine Handy-Nummer an, welche nun weithin verfügbar ist. ProPublica bestätigt: Kasowitz benutzt diese Nummer tatsächlich.

Der E-Mail-Austausch begann, nachdem der Mann einen ProPublica-Bericht im Fernsehen gesehen hatte. Darin war zu sehen, dass Kasowitz keine Geheimhaltungs-Autorisierung bekommen hat.

Und das, obwohl er als Trumps Anwalt für die Russland-Affäre immer wieder mit hochsensiblem und geheimem Material in Kontakt kommt.

Experten sagten zu dem Fall, Kasowitz habe möglicherweise deshalb Mühe, eine solche Autorisierung zu erhalten, da er Berichten zufolge alkoholabhängig war. Frühere Mitarbeiter von Kasowitz sagten zudem, dessen Verhalten habe ihnen Unbehagen bereitet.

Kasowitz war nüchtern

Mittlerweile hat Kasowitz' Sprecher auf die Berichterstattung reagiert und mehrere Teile der Enthüllungsgeschichte als falsch bezeichnet: "Marc Kasowitz hatte kein Alkoholproblem", schrieb sein Sprecher Sitrick. "Er kam niemals betrunken ins Büro, Anwälte mussten nie über die Straße in ein Restaurant dort gehen, um Kasowitz wegen arbeitsbezogener Fragen aufzusuchen."

Update von Donnerstag (Ortszeit): Ein Sprecher von Kasowitz schickte ProPublica diese Erklärung:

"Herr Kasowitz, der gerade mit Kunden beschäftigt ist, hat versprochen, er wolle sich bei dem Mann entschuldigen. Es ist zwar keine Entschuldigung, aber: Die E-Mails wurden am Ende eines sehr langen Arbeitstages verschickt, der auch um 22 Uhr noch längst nicht zu Ende war."

"Herr Kasowitz sagt zum Vorfall: ‘Der Absender dieser E-Mail darf seine eigene Meinung haben und ich hätte nicht in einer solch unangemessen Art reagieren sollen. Ich werde ihm eine E-Mail schicken, die genau das erklärt. Das ist genau einer dieser Momente, in denen man hofft, man könnte die Uhr zurückdrehen. Aber natürlich kann man das nicht.‘"

Dieser Artikel erschien zuerst auf der HuffPost USA und wurde von Carlo Portmann übersetzt.

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(sk)

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