Bei "Maybrit Illner" verteidigt CSU-Politiker Stephan Mayer seinen Vorwurf, Fluchthelfer böten einen "Shuttle-Service"

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Kipping gegen Mayer bei "Maybrit Illner". | Maybrit Illner
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  • CSU-Politiker Stephan Mayer kritisierte bei "Maybrit Illner" die Flüchtlings-Rettungsorganisationen
  • Diese würden einen regelrechten "Shuttle-Service" nach Europa anbieten
  • Linken-Politikerin Katja Kipping fuhr ihm dazwischen

Was tun gegen die Flüchtlings-Schlepper? Was tun gegen Kriminelle, die für den Profit das Leben Unschuldiger aufs Spiel setzen? Maybrit Illner hatte in ihrer ZDF-Sendung dazu eine provokante Frage: "Sollten wir die Flüchtenden im Mittelmeer ertrinken lassen, nur um Schlepperbanden zu bekämpfen?"

Beantworten musste die Frage Stephan Mayer (CSU), der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag: "Natürlich ist das furchtbar, wenn in diesem Jahr über 2000 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen sind." Aber jetzt müsse man vor allem daran arbeiten, Europa weniger attraktiv für Flüchtlinge zu machen. Mayer redete weiter, wich der Frage der Moderatorin geschickt aus. Diese verpasste es, nachzufassen.

Damit die Flüchtlinge sich nicht mehr "auf diesen gefährlichen Weg" machen. Deshalb müsse man das Schlepperwesen nun viel intensiver bekämpfen, forderte Mayer.

Mit dem Flüchtlings-Shuttle nach Italien

"Wir müssen verhindern, dass sich so viele Migranten in Schaluppen und in seeuntaugliche Boote begeben und dann versuchen, den Weg nach Italien zu schaffen." Private Rettungsorganisationen böten einen regelrechten "Shuttle-Service" von der Küste Libyens, so der CSU-Mann.

Das gehe nicht. Denn: "Die Schlepper verwenden immer seeuntauglichere Boote, da sie wissen, dass nach wenigen hundert Metern die ersten Rettungsboote warten", sagte Mayer in der Sendung - und wurde sofort unterbrochen.

Katja Kipping, Parteivorsitzende der Linken, rief dazwischen: "Wer Menschenleben rettet, gehört nicht kriminalisiert." Den Rettungsorganisationen und ihren Helfern könne "man einfach mal Dankeschön sagen", forderte Kipping entnervt.

Aus der Sicht einiger linker Politiker tötet letztendlich eher der EU-Grenzschutz und er Kampf gegen Schleuer Unschuldige.

Mayer wurde regelrecht wütend, gestikulierte mit der Hand. Er habe rein gar niemanden kriminalisiert, entgegnete er. Diesen Vorwurf weise er "in aller Entschiedenheit" zurück.

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(sk)