Butter wird immer teurer - der Grund dafür ist überraschend

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Wieso Butter teurer wird | Imgorthand via Getty Images
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  • Die Inflation in Deutschland steigt - und damit auch die Mieten und Reisepreise
  • Dass der Butter-Preis steigt, hat aber auch andere Gründe

Die Inflation in Deutschland zieht wieder etwas an - und die Preise steigen. Besonders betroffen sind Nahrungsmittel und Urlaubsreisen. Deren Jahresteuerung stieg im Juni auf 1,6 Prozent.

Dies teilte jetzt das Statistische Bundesamt mit. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit vorläufige Angaben.

Butter ist so teuer wie nie

Der Preisanstieg habe sich damit weiter verstärkt, erklärten die Statistiker. Besonders stark verteuerten sich Speisefette und -öle (25,9 Prozent). Der Butter-Preis stieg sogar um 59,5 Prozent und ist damit so teuer wie nie. Zu sehen ist das auch bei dem Discounter Aldi. Im Monatstakt ging der Preis für Butter nach oben.

Erst 10 Cent mehr, dann 20 und jetzt sogar 30 Cent. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd haben den Preis für Deutsche Markenbutter in der untersten Preislage Anfang Juli auf 1,79 Euro je 250-Gramm-Stück angehoben.

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Warum die Inflation nur ein Problem ist

Für die Rekordhöhe bei Butter sieht AMI-Milchmarktexperte Andreas Gorn mehrere Gründe: Eine niedrigere Milcherzeugung - die Käseproduktion nehme eine Menge Fett auf -, und auch das Verbraucherverhalten habe sich geändert. "Genuss steht wieder im Vordergrund", so Gorn.

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Wird Butter bald zum Luxus-Artikel? Foto: Getty

Die Entwicklung gehe hin zu fettreicheren Molkereiprodukten. Ähnlich sieht das Verbandssprecher Maurer: Die Light-Welle ebbe ab, es gehe wieder mehr um den Geschmack. Zudem setze die weiterverarbeitende Industrie auf hochwertige Zutaten.

Wieso Reisen teurer wird

Doch auch abseits der Lebensmittelindustrie sind die Preise gestiegen. Für die Nettokaltmieten müssen Menschen in Deutschland binnen einer Jahresfrist 1,8 Prozent zahlen. Mieten machen einen großen Teil der privaten Konsumausgaben aus.

Pauschalreisen verteuerten sich um 5,6 Prozent. Dabei spielten den Statistiker zufolge vor allem die Pfingstferien in Bayern und in Baden-Württemberg eine Rolle.

Energiepreise sind unverändert

Die Energiepreise trugen dagegen nicht mehr zur Inflation bei. Sie blieben gegenüber Juni 2016 unverändert. Zwar mussten Verbraucher an Tankstellen sowie für Strom und Heizöl mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Gas und Umlagen für Fernwärme und Zentralheizungen wurden aber billiger. Von Mai auf Juni erhöhten sich die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft insgesamt um 0,2 Prozent.

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Die nach europäischen Standards errechnete Inflationsrate (HVPI) für Deutschland lag zur Jahresmitte um 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Notenbank strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum ein stabiles Preisniveau bei einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Doch Banken und Sparer leiden unter dem Zinstief, weshalb sich in Deutschland Stimmen mehren, die einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der EZB fordern.

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(mm)

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