"Ein guter Junge": Donald Trump verteidigt seinen Sohn in der Russland-Affäre

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Donald Trump kommt seinem Sohn zu Hilfe. | Gonzalo Fuentes / Reuters
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  • Donald Trump will seinen Sohn in der Russland-Affäre verteidigen
  • Doch seine Worte lassen Trump Junior nicht gerade als erwachsenen Menschen dastehen

Als Donald Trump Junior sich mit einer russischen Anwältin traf, die ihm belastendes Material gegen Hillary Clinton versprach, hat er vielleicht das Gesetz gebrochen. Die Medien kritisieren ihn seit Tagen scharf dafür.

Nun bekommt Trump Hilfe von seinem mächtigen Vater: Donald Trump Senior sagte diesen Donnerstag über das umstrittene Treffen seines Sohnes: "Mein Sohn ist ein wunderbarer junger Mann."

Bei einer Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron versuchte er das Verhalten seines Sohnes zu erklären: "Praktisch gesehen denke ich, dass die meisten Leute dieses Treffen wahrgenommen hätten. So etwas nennt man Recherche über den politischen Gegner."

Schmutz-Sammeln gehört zum Geschäft

Im politischen Geschäft sei es normal, Informationen über seine Opponenten zu sammeln, das sei ein "Standardverfahren".

Das Treffen mit der russischen Anwältin sei nur sehr kurz gewesen und sie sei auch keine Vertreterin der russischen Regierung gewesen, argumentierte der Präsident.

Junior ist ein "good boy"

Schon am Vortag kam der US-Präsident mit Lobhudeleien, um seinen Sohn zu verteidigen: Dieser sei ein "good boy", ein "guter Junge" sagte der US-Präsident am Vortag zu Journalisten.

"Don ist, wie viele von euch wissen, Don, ist ein guter Junge", sagte Trump.

Letztlich aber könnte dessen Verhalten darüber mitbestimmen, ob sein Vater seinen Job behält.

Das steckt hinter den Vorwürfen an Trump Jr.

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, hinter Attacken auf E-Mail-Konten der Demokraten zu stehen. Sie werfen dem Kreml vor, sich auf diese Weise in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden.

Ein Sonderermittler und mehrere Parlamentsausschüsse untersuchen, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab.

Es gibt nun ernstzunehmende Hinweise, dass Trumps Sohn direkt in solche Absprachen involviert war.

Aus E-Mails geht hervor, dass er "gerne" die Informationen haben würde, die laut einem Mittelsmann "offizielle Dokumente und Informationen" der russischen Staatsanwaltschaft beinhalten, "die Hillary (Clinton) und ihre Geschäfte mit Russland belasten".

Zwar bestreitet die russische Anwältin Natalia Veselnitskaja, mit der sich der 39-Jährige am 9. Juni 2016 getroffen hat, jemals für den Kreml gearbeitet zu haben. Auch aus Moskau hieß es, man kenne die Frau nicht.

Doch nach Informationen der "New York Times" und "Washington Post" zählen zu Veselnitskajas Klienten Einzelpersonen und Unternehmen mit Verbindungen zum Kreml.

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(sk)