US-Präsident Trump spricht gerne von seinem Freund Jim: Die Welt rätselt, ob Jim überhaupt existiert

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DONALD TRUMP
US-Präsident Trump spricht gerne von seinem Freund Jim, besonders wenn es darum geht, wie gefährlich Muslime sind. Doch die ganze Welt rätselt, ob es Jim überhaupt gibt | Carlos Barria / Reuters
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  • US-Präsident Trump spricht regelmäßig von einem Freund namens Jim
  • Vor allem dann, wenn es um eine vermeintliche Angst vor Muslimen geht
  • Die Frage ist nun: Existiert Jim überhaupt?

US-Präsident Donald Trump hat seinen Freund Jim einmal als einen sehr "bedeutenden Kerl" beschrieben.

Überhaupt: Trump spricht gern von Jim. Jim liebt Paris. Jedes Jahr, während des Sommers besuche er Paris - und das seit Jahren, sagte Trump im Februar auf einer Konferenz in Maryland.

Doch jetzt, wo Trump Paris anlässlich des französischen Nationalfeiertags besucht, wird Jim nicht nach Paris reisen.

Denn Jim besucht die französische Hauptstadt nicht mehr, berichtet Trump. Denn die Stadt sei von ausländischen Extremisten unterwandert. Und das habe Jim abgeschreckt. Eine traurige Geschichte.

Trump sprach auch im Wahlkampf über Jim - ebenfalls in Verbindung mit den gefährlichen Reisen in die Stadt der Liebe, die jetzt anstatt von knutschenden Pärchen von bombenden Terroristen erfüllt sei.

Leider konnten wir diese Geschichte, die Trump so gern erzählt, für diesen Artikel nicht von Jim bestätigen lassen.

Wir konnten Jim nicht fragen, ob er Paris wirklich für so gefährlich hält.

Denn niemand weiß, wer Jim ist und ob Jim wirklich existiert.

Kein Jim aus Trumps Umgebung war der richtige Jim

Jims Identität bleibt ein Mysterium. Die Nachrichtenagentur AP hat nachgeforscht - und nichts gefunden. Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Anfrage nach der Identität von Jim.

Im März kontaktierte das US-Magazin "New Yorker" alle wichtigen Jims aus Trumps Umgebung - aber keiner war der richtige Jim, der Paris-liebende Jim, der Jim, der Angst vor den Terroristen hat.

Und so fragt sich mittlerweile die halbe Welt: Wer ist eigentlich Jim?

Hat Trump Jim vielleicht nur erfunden? Und wenn ja, warum?

Weil er einsam ist? Weil er sonst keine Freunde hat? Oder weil er einfach ein notorischer Lügner ist und sagt, was ihm gefällt, ganz egal ob es "Fake-News" sind oder nicht?

Aus der Luft gegriffen ist diese Vermutung nicht: Denn der US-Präsident, ja, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der mächtigste Mann der Welt, hat schon zugegeben, dass er mehrmals Menschen erfunden hat.

Die "Washington Post" hat im vergangenen Jahr herausgefunden, dass sich Trump einen Sprecher namens John Barron ausgedacht hatte - und in einem Prozess 1990 auch zugegeben hat, dass er den Namen erfunden hat. "Ich glaube, ich habe den Namen hin und wieder benutzt", sagte Trump damals.

Wie war das noch mit der letzten Nacht in Schweden?

Einige glauben nun, dass Trump Jim erfunden hat, um Stimmung gegen Muslime zu machen. Wie auch immer.

Sogar die Pariser Bürgermeisterin reagierte im Februar auf Jims Ängste:

"An Donald und seinen Freund Jim", schrieb Hidalgo bei Twitter. "Wir feiern, wie attraktiv Paris ist mit Mickey und Minnie." Darunter schrieb sie, dass die Reservierungen von amerikanischen Touristen in Paris um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind.

Jims Ängste, so die Botschaft, sind vielleicht eher ein Einzelfall.

Doch damit ist die Suche nach Jim noch nicht am Ende.

Ein Twitter-User postet zum Beispiel ein Wimmelbild und fragt: "Wo ist Jim?"

Ein anderer meint, den Beweis für Jim gefunden zu haben.

Eines ist auf jeden Fall klar: So lange das Weiße Haus nicht bestätigt hat, dass es Jim wirklich gibt, solange es die Identität des wohl merkwürdigen Trump-Freundes nicht enthüllt hat, solange wird die Welt weiter denken, dass Jim nur erfunden ist.

Ein Hirngespinst. Und Trump kommt wieder einmal nicht gut weg. Egal, ob er Jim erfunden hat, um gegen Muslime zu hetzen oder ob er wirklich halluziniert.

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