Enormer Stress und Arbeit auf Abruf: H&M-Mitarbeiter klagen über miserable Arbeitsbedingungen

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Bei H&M sind die Arbeitsbedingungen oft schlecht. | Jacky Naegelen / Reuters
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  • Mitarbeiter der Modekette H&M klagen über schlechte Arbeitsbedingungen
  • Viele dürfen nur Teilzeit und auf Abruf arbeiten
  • Die Mehrheit der H&M-Mitarbeiter sorgt sich gar um die eigene Gesundheit

Die Modekette H&M lockt mit hipper Kleidung in knalligen Farben zu tiefen Preisen. Doch zwischen den mit Schuhen und Handtaschen gefüllten Regalen arbeiten Menschen, die leiden. Mitarbeiter von H&M klagen über die schlechten Arbeitsbedingungen.

"Der Stress ist enorm, und deshalb steigt der Krankenstand“, sagte die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der für die deutschen Filialen zuständigen Tochter, Saskia Stock zur Zeitung "Die Zeit".

Oft seien Mitarbeiter ganz allein auf einer großen Fläche und könnten kaum einmal zur Toilette gehen, beklagt Stock. Zudem biete H&M zu oft nur Teilzeitstellen an. Viele H&M-Mitarbeiter hätten nur Verträge mit einer Mindestzahl von 10, 15 oder 20 Stunden pro Woche.

Arbeit auf Abruf bei H&M

Mehr arbeiten können sie nur, wenn die Filiale auch Bedarf dafür hat. Das heißt: Die Mitarbeiter wissen im Voraus oft nicht, wieviel Geld sie im Monat verdienen werden.

Die Betriebsratschefin sagte zur "Zeit", die Arbeit auf Abruf habe bei der Modekette enorm zugenommen. Bei 170 von dem Betriebsrat betreuten Filialen hätten 41 Prozent der Beschäftigten einen solchen Flex-Vertrag. Und vielen reicht es nicht zum Überleben: In jeder vierten Filiale gebe es mindestens einen Mitarbeiter, der den Lohn durch Hartz IV aufbessern müsse, schreibt die Zeitung.

Mehrheit sorgt sich um eigene Gesundheit

H&M hat sich in einer Umfrage bei den eigenen Mitarbeitern erkundigt, wie zufrieden diese mit ihrem Arbeitsplatz sind. Die Ergebnisse fallen ernüchternd aus. So stimmten nur 42 Prozent der Beschäftigten dem Satz zu: "An diesem Arbeitsplatz bleibt man psychisch und emotional gesund", berichtet die "Zeit".

Andere Firmen, die ähnliche Befragungen bei den Mitarbeitern durchführten, seien auf durchschnittlich 62 Prozent Zustimmung gekommen, schreibt die Zeitung.

H&M sagt, man arbeite nun unter anderem mit einer Krankenkasse daran, die Situation zu verbessern.

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(ks)

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