Beispielloser Facebook-Zoff bei den Grünen: Boris Palmer geht auf Volker Beck los

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BECK
"Drogenkonsum und Pädophilie": Grünen-Politiker Palmer attackiert Parteikollege Beck | Getty / dpa
Drucken
  • Facebook-Zoff bei den Grünen
  • Bundestagspolitiker Volker Beck und Tübingens Bürgermeister Boris Palmer gehen in heftigen Worten aufeinander los

Bei den Grünen brodelt es. Schon länger beharken sich der konservative Parteiflügel und die linken Fundis. Doch selten wurde der Streit in der Öko-Partei so deutlich wie jetzt.

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck kritisierte den umstrittenen grünen Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer auf dessen Facebook-Seite. Der konterte wenig später mit einer beispiellosen Provokation.

Palmer hatte erst vor einigen Wochen ein Buch über die Flüchtlingskrise angekündigt. Titel: "Wir können nicht allen helfen“.

Damit provoziert der Grünen-Politiker seine Parteifreunde, die er schon früher wegen ihrer vermeintlich liberalen Einstellung in Asylfragen attackierte.

Beck schrieb am Mittwoch unter einem Facebook-Beitrag Palmers: "Wir können nicht allen helfen. Boris, Dir ist nicht zu helfen. In einem Land, wo deine flinke Zunge das Sagen hätte, möchte ich nicht leben.“

Palmer keilt zurück

Das wollte sich Palmer nicht gefallen lassen - und schoss zurück: "Lieber Volker, ich lebe gerne in einem Land, wo dein Drogenkonsum und deine früheren Äußerungen zur Pädophilie verziehen werden“, begann Palmer.

"Ich finde es sogar gut, dass du trotz dieser Probleme viel zu sagen hast in unserem Land. Schade, wenn du nicht dieselbe Liberalität aufbringen kannst“, erklärte der Tübinger Bürgermeister weiter.

Palmer hatte in seinem Ausgangspost einen "taz“-Artikel kommentiert, der seinen Vorstoß, Flüchtlinge im Fall einer mutmaßlichen Vergewaltigung in seiner Heimatstadt zu DNA-Tests zu verpflichten, kritisiert hatte.

Palmer zur HuffPost: "Seine Attacken sind mir unverständlich"

Gegenüber der HuffPost verteidigte Palmer seinen Kommentar: Beck sei ein verdienstvoller Politiker. "Seine verbalen Attacken auf mich sind mir aber vollkommen unverständlich“, sagte Palmer.

Beck hatte da bereits auf der Facebook-Seite Palmers nachgelegt. "Mit Deiner Forderung bei Nicht-Verdächtigen zwangsweise Maßnahmen durchzuführen, greifst Du nicht mehr und nicht weniger als die Unschuldsvermutung an“, schrieb der Bundestagsabgeordnete, der nicht zur Wiederwahl antreten wird.

Beck wollte sich zu dem Facebook-Streit auf Anfrage nicht äußern.

Bereits auf dem Bundesparteitag der Grünen Mitte Juni hatte es Streit um die Meinungsbekundungen Palmers gegeben.

Die grüne Direktkandidatin Canan Bayram aus Berlin-Kreuzberg attackierte den Tübinger Bürgermeister für seine Ansichten zu Asyl und Integration mit den Worten: "Einfach mal die Fresse halten".

Palmer hatte sich gegen diesen Angriff verteidigt und zur Solidarität aufgerufen. "Nur Tübingen und Kreuzberg gemeinsam gewinnen Bundestagswahlen“, sagte er.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Korrektur anregen