Volker Beck fragt russischen Außenminister nach Homosexuellen-Morden - seine Antwort ist Hohn für die Opfer

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Volker Beck fragt Russlands Außenminister nach ermordeten Homosexuellen - dessen Antwort ist einfach nur heuchlerisch | Getty
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  • Seit Monaten gibt es Berichte, dass Homosexuelle in der russischen Teilrepublik Tschetschenien brutal verfolgt werden
  • Grünen-Politiker Volker Beck hat Russlands Außenminister in Berlin bei einer Veranstaltung dazu befragt
  • Minister Lawrow behauptete, für die Vorwürfe gebe es keine Beweise

Es klingt nach einer einfachen Frage, die der Grünen-Politiker Volker Beck dem russischen Außenminister Sergeij Lawrow bei einer Veranstaltung in Berlin gestellt hat. Doch auf eine Antwort wartet ganz Europa.

"Was tut der Kreml, um in Tschetschenien Menschenrechte sicherzustellen?", fragte Beck Lawrow.

Der Hintergrund: In der russischen Teilrepublik werden Homosexuelle seit Monaten verfolgt, verschleppt, misshandelt und ermordet.

Passiert ist bislang: Nichts

Im April erschienen darüber die ersten Berichte der Kreml-kritischen Zeitung "Nowaja Gaseta", seither sind Menschenrechtler wie Spitzenpolitiker alarmiert.

Vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron bis hin zu Außenminister Sigmar Gabriel (SPD): Sie alle fordern Russland auf, die Fälle schnellstmöglich aufzuklären. Doch passiert ist bislang: nichts.

Zwar hatte sich Putin mit dem autoritären Republikchef Ramsan Kadyrow getroffen, der aber wies die Anschuldigungen von sich.

Außerdem schickten die Moskauer Behörden einen Ermittler nach Tschetschenien. Sie haben außerdem einen Menschenrechtsbeauftragten mit den Fällen betraut - all das blieb aber bislang ergebnislos.

Das bekräftigte auch Lawrow in Berlin. Es ist das erste Mal, dass er auf das Thema vor laufender Kamera in Deutschland angesprochen wird.

"Wir haben keine Beweise über diese Verbrechen gegen Homosexuelle"

Seine Antwort? "Wir haben keine Beweise über diese Verbrechen gegen Homosexuelle - weder über den Ort noch das Datum der Fälle, die in den Medien genannt werden", sagte Lawrow auf der Veranstaltung der Körber-Stiftung.

Man muss sich das mal vorstellen: Da sterben seit Monaten Menschen in Tschetschenien - und die Behörden schaffen es nicht, einen einzigen Beweis dafür aufzutreiben.

Dabei tue Russland alles, um die Verletzung von Menschenrechten zu verfolgen, sagte Lawrow. Das muss wie Hohn in den Ohren der Opfer klingen.

Kreml befeuert Homophobie

Lawrow prahlte sogar noch damit, dass Homosexualität in Russland nicht strafbar sei - in anderen Ländern stehe darauf die Todesstrafe.

Dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte den Kreml erst im Juli wegen eines Homosexuellen-Gesetzes verurteilte, verschwieg er.

Dieses verbietet die "Propaganda für Homosexualität". Es diene keinem öffentlichen Zweck und fördere Homophobie, wie es sie nicht nur in Tschetschenien, sondern im ganzen Land gibt.

Immer wieder werden homosexuelle Pärchen auf offener Straße angegriffen und verprügelt. Das ist auch der Grund, warum Medien wie "Nowaja Gaseta" dem Kreml vorwerfen, die Ermittlungen in Tschetschenien zu verschleppen.

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(ll)

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