AfD-Politikerin Christel Weißig fordert Erschießung von Randalierern - und will es nicht so gemeint haben

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AfD-Abgeordnete hat auf Facebook die Erschießung von Randalierern gefordert. Der Post wurde mittlerweile gelöscht. | dpa
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  • Christel Weißig von der AfD fordert nach den G20-Krawallen die Erschießung von Plünderern
  • Politiker reagierten entsetzt auf die Äußerung der Alterspräsidentin des mecklenburgischen Landtages

Die AfD-Politikerin Christel Weißig hat nach den G-20-Krawallen in Hamburg die Erschießung von Plünderern gefordert.

Wie die "Ostsee-Zeitung" und andere Medien berichten, schrieb die Alterspräsidentin des Schweriner Landtags am 8. Juli auf Facebook: "Plünderer werden sofort erschossen, warum gilt es bei uns nicht?“

Die AfD wiegelt ab

Die AfD versucht nun, die Äußerung herunterzuspielen: Weißig habe auf die Krawalle und die verletzten Polizisten in ihrer Geburtsstadt "sehr emotional" reagiert, sagte Henning Hoffgaard, Sprecher der AfD-Fraktion der Zeitung.

Überspitzt formuliert wäre ihr Post gewesen: Weißig sei der Ansicht, "dass Plünderungen von Geschäften, Wohnungen oder anderen Häusern verabscheuungswürdige Verbrechen darstellen, die mit der ganzen Härte des Rechtsstaats verfolgt werden müssen“.

Weißig will alles ganz anders gemeint haben

Weißig selbst gab sich im Gespräch mit der "Schweriner Volkszeitung" erstaunt. Sie habe nicht zum Erschießen aufgerufen. "Ich habe die Frage gestellt, ob das nicht andernorts auf der Welt in solchen Fällen üblich ist.“ In Argentinien und Lateinamerika erschieße man Plünderer.

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Inzwischen ist Weißigs Facebook-Profil nicht mehr abrufbar.

Andere fragwürdige Vorschläge

Die 71-Jährige hat schon in der Vergangenheit immer wieder mit absurden Äußerungen in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt.

So berichtete die "Rheinische Post" vor der Landtagswahl 2016, Weißig fordere eine "Schweinefleisch-Pflicht”: "Schweinefleisch zu essen gehört zu unserer Kultur und sollte bei Grenzübertritt im Rahmen der Integration zum Pflicht-Essen gehören."

Landespolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern reagieren fassungslos

Vertreter anderer Parteien reagieren fassungslos auf die jüngsten Äußerungen aus der AfD. "Erst soll auf Flüchtlinge und ihre Kinder an den Grenzen geschossen werden, jetzt auf Extremisten im Hamburger Schanzenviertel – wer kommt als nächstes dran?“, sagte Jochen Schulte (SPD) der "Ostsee Zeitung". Teile der AfD machten immer wieder deutlich, dass sie zu einer ernsthaften Diskussion über die Probleme nicht in der Lage seien.

Auch aus der CDU kommt Kritik: "Zum Glück leben wir in einem Rechtsstaat“, kommentierte Innenminister Lorenz Caffier.

Die Linke-Fraktion wolle die AfD-Politikerin nun nicht mehr als Alterspräsidentin akzeptieren, so Peter Ritter.

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(sk)

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