Eine neue Studie zeigt, wie schwierig ein gesellschaftlicher Aufstieg in Deutschland ist

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Eine neue Studie zeigt, wie schwierig ein gesellschaftlicher Aufstieg in Deutschland ist | Bloomberg via Getty Images
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  • Eine neue Studie zeigt, dass es immer schwieriger wird, vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden
  • Die soziale Mobilität in vielen Ländern hat in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen
  • Das stellt viele Staaten vor große Probleme

"Ohne Fleiß kein Preis", heißt es. Und: "Den Tüchtigen gehört die Welt." Das sind schöne Redensarten, die Eltern ihren Kindern mitgeben, um ihren Ehrgeiz und ihre Leistungsbereitschaft anzuspornen. Am Ende winken dann: Ein gutes Einkommen, Urlaub im Ausland, ein Haus - vielleicht gar unermesslicher Reichtum. Gerade auch für Kinder aus Arbeiter- und Einwandererfamilien.

Doch nun zeigt eine neue Studie, dass der gesellschaftliche Aufstieg - vom Tellerwäscher zum Millionär - vielerorts immer mehr zur Illusion wird. Ökonomen der britischen Versicherungsgesellschaft Standard Life analysierten die Daten aus verschiedenen Staaten.

Diese zeigen, dass der gesellschaftliche Aufstieg, Ökonomen sprechen von sozialer Mobilität, so schwierig ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Lebens-Lotterie bestimmt über Lohn

Stattdessen bestimmt immer mehr das Elternhaus, wohin es im Leben geht. Wer vermögende Eltern hat, hat auch eine viel höhere Chance, selbst einmal ein gutes Einkommen und Vermögen zu erzielen, berichtet die Studie.

Insbesondere in den Ländern Italien, Frankreich, Großbritannien und in den USA sei das Problem stark ausgeprägt. Auch in den skandinavischen Ländern, Australien, Kanada und in Deutschland bestimme das Einkommen der Eltern, wie viel die eigenen Kinder einst verdienen werden. Der Zusammenhang sei aber weniger ausgeprägt, schreiben die Autoren der Studie.

Kein Phänomen einiger weniger Länder

"In allen Ländern, für die wir Daten haben, gibt es klar diesen Zusammenhang zwischen dem, was deine Eltern verdienen, und dem Gehalt, das du einst bekommen wirst", sagte Jeremy Lawson, Mitautor der Studie und Chefökonom der Versicherung Standar Life.

Fehlende soziale Mobilität ist ungerecht, denn auch wer gut in der Schule ist, im Berufsleben viel leistet und gar bereit ist, Risiken einzugehen, wird dafür nur ungenügend finanziell belohnt. Stattdessen kann es aussichtsreicher sein, schlicht die "richtigen" Eltern zu haben und in eine reiche Familie hineingeboren worden zu sein.

Mangelnde Aufstiegschancen können aber auch eine Volkswirtschaft regelrecht lähmen. Wer will schon jeden Tag sein Bestes bei der Arbeit geben, innovativ sein, gar neue Firmen gründen, wenn es dann heißt: Die Rolltreppe nach oben fährt gerade nicht.

Aber reich geborene Menschen sind schon längst oben.

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(mf)

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