Spahn bezeichnet Gabriel als "dicken Max" - jetzt keilt die SPD zurück

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JENS SPAHN
Spahn bezeichnet Gabriel als "dicken Max" - jetzt keilt die SPD zurück | Bloomberg via Getty Images
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  • Mit scharfen Worten hat CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn Außenminister Gabriel attackiert
  • Der Vize-Kanzler wolle mit seiner Kritik an Merkel den "dicken Max" machen, sagte Spahn
  • Nun keilt die SPD zurück

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn ist für seine direkten Worte bekannt. Nun hat er sich Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgenommen - und sorgt damit für heftige Reaktionen.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk wies er die Kritik aus der SPD an Kanzlerin Angela Merkel wegen der G20-Krawalle zurück. "Gabriel macht jetzt den dicken Max, um von der eigentlichen Debatte abzulenken", sagte Spahn.

Er wolle eine Debatte darüber vermeiden, warum es in Teilen von SPD, Grünen und Linken ein gleichgültiges Verhältnis zum Linksextremismus in Deutschland gebe. Stattdessen brauche es eine Debatte darum, was der Nährborden der Gewalt sei.

Spahn sagte über das linke Kulturzentrum Rote Flora in Hamburg:

"Stellen Sie sich doch nur eine Sekunde vor, ein solches Zentrum, eine solche Institution gäbe es in der rechten Szene. Zurecht wäre die Aufregung jeden Tag groß. Zurecht wären jeden Tag Demonstrationen, bis das Ding geschlossen ist. Und so muss es auch bei Linksextremismus sein."

SPD: "An Peinlichkeit kaum zu überbieten"

SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Kahrs reagierte mit scharfer Kritik an den Äußerungen des CDU-Politikers.

"Spahn versucht, mit wirren Thesen zu Themen Prominenz zu erlangen, von denen er eigentlich keine Ahnung hat", sagte der Sprecher des einflussreichen Seeheimer-Kreises der HuffPost. Seine Vorwürfe gegenüber Gabriel seien an "Peinlichkeit kaum zu überbieten".

Kahrs legte nach: "Dieser Angriff ist darauf gezielt, maximale Aufmerksamkeit zu erzielen und die Schuld für die Krawalle in Hamburg auf andere zu schieben."

Dabei solle sich die Union einmal selbst fragen, was sie in Sachen Innere Sicherheit getan habe. Gabriel habe maßgeblich dazu beigetragen, 3.000 Bundespolizisten gegen den Widerstand der Union einzustellen.

"Deswegen ist auch der Vorwurf, die SPD bereite den Boden für Linksextremismus, grober Unfug", sagte Kahrs. "Wir kämpfen konsequent dagegen – so, wie auch das Verhalten der Polizei in Hamburg konsequent war.“

Gabriel hatte am Dienstag gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, Merkel trage die politische Verantwortung für die Ausrichtung des G20-Gipfels in Hamburg. Er warf der Union ein "bisher nicht gekanntes Maß an Verlogenheit" und ein "doppelzüngiges Schwarze-Peter-Spiel" vor.

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(ll)

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