Die Junge Union Bayern fälscht einen Tweet von Martin Schulz

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SCHULZ
Ist das schon Fake News? | NurPhoto via Getty Images
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  • Die Junge Union Bayerns sorgt mit einem Facebook-Post für Aufruhr
  • Darin legt sie Martin Schulz Worte in den Mund, die er so nicht gesagt hat

Die Junge Union Bayern will Martin Schulz (SPD) vom Kanzleramt fern halten. Und greift in ihrer Kommunikationsstrategie zu ungewöhnlichen Ideen: In einem Facebook-Post wirft der CSU-Parteinachwuchs Schulz vor, mit den "Verteidigern dieser Wahnsinnigen“ im Herbst eine Koalition bilden zu wollen. Mit "Wahnsinnigen" sind die Gewalt-Chaoten des G20-Gipfels gemeint.

Unter dem Text ist ein Bild mit einem Tweet von Martin Schulz zu sehen. Er schreibt dort: "Wir empfinden Linksextremismus als aufgebauschtes Problem. Deshalb wollen wir mit deren politischen Fürsprechern ab September in Deutschland regieren."

Klar, das kann Schulz nie so gesagt haben. Wer genauer hinzoomt, sieht dann auch, dass der SPD-Kanzlerkandidat unter dem Account "@therealMartinSchulz" getwittert haben soll. Den Account gibt es bei Twitter gar nicht.

Junge Union spricht für Schulz

Vielmehr hat die Junge Union Bayerns Martin Schulz wohl Worte in den Mund gelegt. Der zweite in dem Facebook-Post abgebildete Tweet ist hingegen tatsächlich echt.

Die Jungpolitiker wollen mit der Aktion Wahlkampf gegen Links und Grün treiben. Sind sie dabei zu weit gegangen? Verbreiteten sie "Fake News" im Internet? Das linke Magazin "Vorwärts" kritisierte die Junge Union erwartungsgemäß scharf für den Facebook-Post.

Dieser sei schlicht ein Fall von "Fake News". Die Junge Union stelle sich so auf die gleiche Stufe wie "Populisten und Hetzer", schreibt "Vorwärts".

"Widerlich"

In der Kommentarspalte unter dem Facebook-Post stimmten einige Nutzer "Vorwärts" zu. Jemand schreibt etwa, das sei einfach nur "peinlich", dass die Junge Union Bayerns Tweets fälsche. Ein anderer Nutzer ist der Meinung, die Jungpolitiker übten sich bereits in der "Sprache der Rechtspopulisten à la AfD". Das sei schlicht "widerlich".

Allerdings zeigen die Kommentare aber auch: Auf den ersten Blick ist es nicht offensichtlich, dass nicht beide Tweets von Schulz stammen. Nur wer genau hinschaut, sieht, dass die Tweets nicht den gleichen Absender haben.

Aber auch so sollte eigentlich klar sein, dass Martin Schulz nicht schreiben würde, er wolle mit den "politischen Fürsprechern" der Gewalt-Chaoten koalieren - insbesondere nur wenige Tage, nachdem Bilder der Zerstörung und der Gewalt uns aus Hamburg erreichten.

Denn das wäre schlicht politischer Selbstmord.

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(mf)

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