Einer der größten Eisberge hat sich in Bewegung gesetzt - das könnte dramatische Folgen für uns haben

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  • Einer der größten Eisberge hat sich von der Antarktis gelöst
  • Forscher hatten schon länger davor gewarnt
  • Wenn der Eisberg kollabiert, könnte dies verheerende Folgen haben, wie ihr auch oben im Video sehen könnt

Einer der größten jemals gesichteten Eisberge hat sich von der Antarktis gelöst. Der etwa eine Billion Tonnen schwere Eisberg habe sich von dem Eisschelf Larsen C gelöst, teilten Wissenschaftler der britischen Universität von Swansea am Mittwoch mit.

Die Ablösung der Eismassen, die als Folge des Klimawandels gilt, könnte das Eisschelf destabilisieren, wodurch ein deutlicher Anstieg des weltweiten Meeresspiegels drohen könnte.

Das dramatische Ereignis hatte sich abgezeichnet

Bereits Anfang Juni hatten die Forscher vor einer Ablösung des Eisbergs gewarnt. Dadurch allein sei kein Anstieg des Meeresspiegels zu befürchten, erklärten die Wissenschaftler damals. Der Vorgang könne aber Larsen C destabilisieren und zum Einsturz bringen.

eisberg

Dadurch würden riesige Wassermassen freigesetzt, die den Meeresspiegel um bis zu zehn Zentimeter steigen lassen würden. Dies würde verheerende Folgen haben. Ganze Landstriche könnten verschwinden.

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Satellitenbilder der europäischen Weltraumbehörde Esa hatten gezeigt, dass der beobachtete Riss im Larsen-C-Schelfeis nur noch 13 Kilometer von der Eiskante entfernt war. Wann sich der Koloss vom Festland löst, konnten Forscher Anfang Juni allerdings nicht vorhersagen. Nun hat sich der Eisberg gelöst.

Keine zwei Jahre bis er geschmolzen ist

Durch das Abbrechen des Eisberges, der voraussichtlich den Namen A68 erhalten soll, verringerte sich die Fläche von Larsen C den Forschern zufolge um ein Zehntel. Larsen C ist das nördlichste und größte Eisschelf der Antarktis.

Der Eisklotz ist mit rund 5.000 Quadratkilometern doppelt so groß wie das Saarland und siebenmal so groß wie Berlin. Nach Angaben des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven wird er zu den fünf größten Eisgiganten der vergangenen 30 Jahre zählen.

"Wenn er sich gelöst hat, wird es keine zwei Jahren dauern, bis er vollständig geschmolzen ist", sagte Daniela Jansen vom AWI.

Antarktis sehr stark vom Klimawandel betroffen

Zwei kleinere Eisschelfe an der östlichen Seite der Antarktis sind bereits kollabiert: 1995 ging Larsen A verloren, sieben Jahre später Larsen B.

Die Antarktis ist besonders stark vom Klimawandel betroffen: Sie zählt zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten unseres Planeten.

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Mit Material der dpa.
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