So machen sich die Grünen über die Wahlplakate des FDP-Chefs Lindner lustig

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CHRISTIAN
So machen sich die Grünen über die neuen Plakate des FDP-Chefs Lindner lustig | dpa
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  • Am Montag hat die FDP ihre Kampagne für die Bundestagswahl vorgestellt
  • Im Zentrum steht Partei-Chef Christian Lindner, der mit hippen Bildern und nichtssagenden Sprüchen inszeniert wird
  • Die Grünen haben das genutzt, um sich über die FDP lustig zu machen

In der Kampagne für die Bundestagswahl posiert FDP-Chef Christian Lindner - gekonnt wie ein Coverboy. Eine zugegebenermaßen rare Gabe in der Politik. Auch damit möchten die Liberalen im Herbst endlich wieder in den Bundestag einziehen.

Am Montag stellte die FDP die Kampagne vor, mit der dieses Ziel geschafft werden soll. Und obwohl die Plakate und Banner optisch wirklich gut gemacht sind - immerhin steckt ja auch die mehrfach ausgezeichnete Berliner Werbeagentur Heimat dahinter - bieten sie doch eine Steilvorlage für alle, die sich gerne über die FDP lustig machen.

Die Grünen etwa ließen diese Chance nicht ungenutzt.

Hip und stylisch

Natürlich hat die Kampagne ihr posierendes Aushängeschild im Zentrum. Die Bilder sind hip und stylisch, die Texte kurz, knapp und durchaus ungewöhnlich für den Wahlkampf.

So wirklich klar wird aus "Manchmal muss ein ganzes Land vom 10er springen“, "Die Digitalisierung ändert alles. Wann ändert sich die Politik?“ und "Ungeduld ist auch eine Tugend“ aber nicht, wohin die Liberalen wollen. Konkrete Ansagen sind aber ohnehin selten bei den Plakat-Kampagnen der Parteien.

Die FDP-Kampagne aber lebt von Lindner. Und wird so zu einem leichten Ziel des Spotts.

"Wann ändert sich die FDP?"

Die Grünen übertrafen sich mit erfundenen Sprüchen zur FDP-Kampagne am Montag auf Twitter. "Freie Fahrt für freie Porsche-Fahrer? Eigentlich wollte ich nie etwas anderes", twitterte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin.

Der Grünen-Politiker Kai Gehring beschwerte sich, dass sich die FDP nicht wandele: "Ein neues Design ändert alles. Aber wann ändert sich die FDP?". Und spielte damit auf den Plakatspruch "Die Digitalisierung ändert alles. Wann ändert sich die Politik?" an.

Eine Mitarbeiterin von Grünen-Politiker Volker Beck beschwerte sich über die nicht konsequente Haltung der FDP im Bundestag. Denn obwohl Lindner sich dafür ausgesprochen hatte, enthielt sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen im Bundesrat bei der Abstimmung über die Ehe für alle. Weil der Koalitionspartner, die CDU, dagegen war.

Unter dem Hashtag #lindnersprüche überboten sich Grünen-Politiker und Sympathisanten gegenseitig. Und bedienten sich dabei gerne des Klischees, dass die FDP die Partei der Reichen sei.

"Kostenlose S-Bahn?", heißt es auf diesem Plakat, "sollen sie doch S-Klasse fahren?"

"Geld ist schon Mitte des Monats alle? Man kann doch einfach zum Geldautomaten gehen", witzelt hier ein Nutzer.

Natürlich sind die Grünen, die in den Umfragen immer weiter verlieren, gerade nicht unbedingt in der Position, mit Steinen zu werfen.

Den gekonnt humorvollen Umgang mit inhaltslosen Wahlplakaten kann man ihnen allerdings nicht absprechen.

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(ll)

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