"Ein nicht gekanntes Maß an Verlogenheit": Gabriel greift Union nach G20-Krawallen scharf an

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  • Außenminister Gabriel hat die Union nach den G20-Krawallen scharf kritisiert
  • Es sei verlogen, den Rücktritt von Hamburgs Bürgermeister Scholz zu verlangen
  • Politiker der CDU und CSU spotteten über die Attacke

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) geht in der Debatte über die G20-Krawalle auf Konfrontationskurs zum Koalitionspartner - und greift auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) offen an.

Der SPD-Politiker warf der Union am Dienstag "ein bisher nicht gekanntes Maß an Verlogenheit" vor. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte er, wer den Rückzug des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz (SPD) fordere, der müsse auch Merkels Rücktritt verlangen. Die CSU kritisierte das als "flegelhaften Tiefschlag".

Rund um den G20-Gipfel - das Treffen der großen Wirtschaftsmächte - war es am Wochenende in Hamburg zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Gewalttäter verwüsteten Straßenzüge, zündeten Autos an und plünderten Geschäfte.

Union betreibe "infamen und bösen Wahlkampf"

Hamburgs Bürgermeister Scholz ist seitdem heftiger Kritik ausgesetzt. Dem Bürgermeister wird vorgeworfen, er habe die Gefahren unterschätzt, verharmlost und nicht ausreichend für Sicherheit gesorgt. Aus der Hamburger CDU kamen Rücktrittsforderungen an Scholz.

Die Bundes-CDU schloss sich dem ausdrücklich nicht an. Schließlich war die CDU-Chefin, Kanzlerin Merkel, Gastgeberin des internationalen Gipfels.

Gabriel polterte nun derbe gegen den Koalitionspartner. Der frühere SPD-Chef warf der Union vor, ein "doppelzüngiges Schwarze-Peter-Spiel" zu betreiben. Scholz werde von Bundespolitikern der Union wie Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) in Schutz genommen, während die CDU auf Landesebene seinen Rücktritt fordere. Dies sei "infamer und böser Wahlkampf". Dieses Vorgehen sei geeignet, "die politische Kultur auf viele Jahre hin zu vergiften".

Der Vizekanzler sagte, Merkel trage die Verantwortung für die Wahl des Gipfelorts. Sie habe damit das "heimliche Ziel" der Selbstinszenierung kurz vor der Bundestagswahl verfolgt. Auch politisch nannte er den Gipfel einen "totalen Fehlschlag".

Gröhe: "Pure Panik pöbelt peinlich!"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), spottete über die Verbal-Attacke seines Kabinettskollegen. Beim Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Gröhe: "pure Panik pöbelt peinlich!"

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer wies die Angriffe ebenfalls scharf zurück. "Gabriel sind die Sicherungen durchgebrannt", sagte Scheuer in der Mittwochsausgabe der "Bild"-Zeitung. Die Äußerungen seien ein "flegelhafter Tiefschlag eines wahlkämpfenden Gabriel, der die Nerven verloren hat".

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(poc)

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