Eine Grafik zeigt, wie tief Donald Trump in die Vorwürfe gegen seinen Sohn bei der aktuellen Russland-Enthüllung verstrickt ist

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DONALD TRUMP
Eine Grafik zeigt, wie tief Donald Trump in die Vorwürfe gegen seinen Sohn bei der aktuellen Russland-Enthüllung verstrickt ist | Getty
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  • Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump hat während des US-Wahlkampfes eine russische Anwältin getroffen
  • Von ihr soll er sich möglicherweise kompromittierende Informationen über Trumps-Konkurrentin Clinton erhofft haben
  • Nun zeigt ein Schaubild, wie eng auch Trump selbst in die neuesten Enthüllungen verstrickt ist

Donald Trump wird die Russland-Affäre nicht los. Nun steht ausgerechnet sein ältester Sohn im Fokus. Der Vorwurf an Donald Trump Jr.: Er soll sich mit einer russischen Anwältin getroffen haben und von ihr kompromittierende Informationen erhalten haben.

Die Geschichte ist allerdings verworrener als auf den ersten Blick ersichtlich. Um die Querverbindungen - und damit auch die Rolle von Präsident Trump - besser nachvollziehen zu können, hat die US-Texterin Marisa Kabas ein Schaubild angefertigt.

Zahlreiche US-Journalisten, darunter MSNBC-Journalist und Nachrichtensprecher Christopher Hayes, lobten die Grafik als "hilfreich".

Kompromittierende Informationen über Hillary Clinton?

Fakt ist: Trump Jr. hat die russische Anwältin Natalia Veselnitskaja im Juni 2016 im Trump Tower in New York getroffen. Das hatte er selbst bereits am Sonntag eingeräumt. Der Präsident selbst erfuhr nach Angaben einer Sprecherin erst in den vergangenen Tagen davon.

Vor dem Gespräch während des US-Wahlkampfes habe Trump Jr. eine E-Mail erhalten, die ihm möglicherweise kompromittierende Informationen über Hillary Clinton versprach, die von der russischen Regierung stammen. Das Material sei Teil einer Bemühung der russischen Regierung, Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Das berichtete die "New York Times" am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen.

Diese E-Mail stammte demnach von dem Musikpublizisten Rob Goldstone. Dieser hatte mehreren US-Medien bestätigt, dass er das Treffen zwischen Trump Jr. und Veselnitskaja arrangiert hatte.

Musikvideo mit Donald Trump

Goldstone wiederum arbeitete unter anderem mit dem aserbaidschanisch-russischen Pop-Star Emin Ağalarov zusammen, dessen Hits vor allem in Russland bekannt sind. Bereits 2013 trat auch der heutige US-Präsident Trump in einem Musikvideos des Sängers auf.

Die Verbindung kam höchstwahrscheinlich über Ağalarov Vater Aras zustande. Denn dieser pflegt geschäftliche Beziehungen zu Trump Senior. So sollen beide den Bau eines Trump Towers in Russland diskutiert haben.

Außerdem diente Aras Ağalarov auch als Mittelsmann für ein Treffen zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, welches aber letztendlich nicht zustande kam.

"Hilfreiche" Informationen für Trumps Wahlkampf

In jedem Fall deute Goldstones Nachricht darauf hin, dass die russische Regierung Quelle der potenziell schädlichen Informationen gewesen sei, berichtete die "New York Times".

Allerdings gehe die E-Mail nicht auf die Bemühungen Moskaus ein, Trumps Wahlkampfteam zu helfen. Es gebe keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung weiter.

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat.

Bei dem Gespräch im Juni waren auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und der damalige Vorsitzende der Wahlkampagne, Paul Manafort, anwesend. Bei dem Treffen sei auch nichts Wichtiges dabei herausgekommen, erklärte Trump Jr.

Gegenüber der "New York Times" räumte er auch den wahren Grund für die Begegnung ein: Er habe sich mit Veselnitskaja getroffen, weil ihm gesagt worden sei, dass sie "hilfreiche" Informationen für Trumps Wahlkampf zu bieten habe.

Allerdings sei Trump Jr. schnell deutlich geworden, dass sie keine wichtige Information hatte.

Das Treffen beschäftigt den Geheimdienstausschuss

Der Kreml erklärte am Montag, man kenne die Anwältin nicht. Nach Informationen der "New York Times" und "Washington Post" zählen zu Veselnitskajas Klienten Einzelpersonen und Unternehmen mit Verbindungen zum Kreml.

Trotzdem beschäftigt das Gespräch nun den Geheimdienstausschuss im Senat. Dessen stellvertretender Vorsitzende, Mark Warner, sagte am Montag, er wolle von Trump Jr. hören, was dieser über das Treffen zu sagen habe.

Trump Jr. twitterte, er sei bereit, dem Komitee Informationen zu geben.

Offen bleibt, ob er vor dem Ausschuss ehrlicher als in der Vergangenheit ist.

Denn wie Nutzer zu Kabas Grafik anmerkte: "Der einzige fehlende Teil ist, als sie alle abstritten, sich während des Wahlkampfes jemals mit irgendeinem Russen getroffen haben - die Lügner, samt und sonders."

(Mit Material der dpa)

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