"Dumm, dumm, dumm": Die US-Presse geißelt Trump Junior - und warnt vor einem gefährlichen Kult im Weißen Haus

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DONALD TRUMP JR
VANCOUVER, BRITISH COLUMBIA - FEBRUARY 28: Donald Trump Jr. delivers a speech during a ceremony for the official opening of the Trump International Tower and Hotel on February 28, 2017 in Vancouver, Canada. The tower is the Trump Organization's first new international property since Donald Trump assumed the presidency. (Photo by Jeff Vinnick/Getty Images) | Jeff Vinnick via Getty Images
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  • US-Medien kritisieren Donald Trump Junior scharf
  • Dieser hatte zugegeben, sich während des US-Wahlkampfes mit der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaja getroffen zu haben
  • Für einige Zeitungen beweist das schlicht Trumps Dummheit
  • Andere Medien schreiben, auf welche gefährlichen Entwicklungen das hinweist

Donald Trump Junior gibt zu: Ich habe mich mit der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaja getroffen, die mir belastendes Material gegen Hillary Clinton versprochen hat. Und die Presse zerreißt den ältesten Sohn des US-Präsidenten. Einige US-Medien gingen gar soweit, Trump Junior als "Idioten" oder "kriminell dumm" zu bezeichnen.

Die Boulevardzeitung "New York Post" schreibt in einem Kommentar, Trump sei schlicht "dumm, dumm, dumm".

Der Kommentar trägt dann auch den Titel "Donald Trump Junior ist ein Idiot." Wegen leichtgläubigen Leuten wie ihm würden nigerianische Internetbetrüger weiterhin mit ihrer Masche Geld verdienen.

Trump hatte in einer E-Mail geantwortet, er würde es "lieben", belastendes Material über Hillary Clinton zu erhalten.

Trump Junior hatte am Dienstag E-Mails veröffentlicht, in denen er mit dem Musikpublizisten Rob Goldstone das Treffen mit der russischen Anwältin koordinierte.

Elektronische Spuren hinterlassen

Für die "New York Post" ist die Dummheit damit aber nicht zu Ende. Denn jemand in Trumps Team sei gar so leichtsinnig gewesen, E-Mails zu hinterlassen, die dann die "New York Times" fand und dazu eine Enthüllungsstory schrieb.

Der Kommentar fällt ein vernichtendes Urteil über den Trump Junior - könnte man im ersten Augenblick meinen. Denn das Blatt wirft ihm nur Dummheit vor. Derzeit versucht Trumps Sohn, den Vorfall so hinzustellen, als wäre ihm und seinem Team mit dem Treffen mit der russischen Anwältin schlicht ein Missgeschick geschehen. Dumm - aber verzeihlich und sicherlich nicht illegal.

Das sehen die meisten Medien aber anders.

Gefährlicher Kult im Weißen Haus

Etwa die "New York Times", die zuerst über das Treffen und die E-Mails dazu berichtet hatte. Ihre Kritik zielt vielmehr ins Schwarze: "Wenn es im Weißen Haus zur Normalität wird, dass man Unwahres sagen kann, wie können die Amerikaner in Zukunft dann noch irgendetwas glauben, das die Regierung behauptet?", fragt die Zeitung.

Zuerst hatte Donald Trump Junior das Treffen mit der russischen Anwältin noch damit gerechtfertigt, sie hätten damals über etwas völlig anderes, ein Adoptionsprogramm zwischen den USA und Russland, gesprochen. Einen Tag später musste Trump dann eingestehen, dass vielmehr der Wahlkampf und das "Schmutzsammeln" gegen Clinton der Grund des Meetings war.

Er wollte sich herausreden und argumentierte, die Anwältin habe ihm nur Material liefern können, das völlig unbedeutend gewesen sei.

Unwahres begünstigt Unwahres

Donald Trump ist erst seit sechs Monaten im Amt. Und trotzdem würden er und seine Leute lügen, was das Zeug hält, so die "new York Times". Im Weißen Haus gebe es einen regelrechten "Kult der Unwahrheit" schreibt die Zeitung.

Das Gefährliche daran: Niemand wisse mehr so richtig, was wahr und was erfunden ist. Spekulationen würden herumgereicht, Fakten verlören an Relevanz. Und: Leute wie Trump könnten erfolgreich verbergen, was sie von der Öffentlichkeit verheimlichen wollen, so die "New York Times".

Einen Schritt weiter ging die "Washington Post" in einem Kommentar. Mit den E-Mails hätten die Demokraten endlich gefunden, nach was sie suchten: Belastendes Material, das sich gegen Trump Senior in einem Amtsenthebungsverfahren verwenden lasse. Der hatte am Dienstag nach verkündet, sein Sohn sei eine großartige Persönlichkeit, der die USA liebe:

Doch jetzt sei es der Regierung endlich nicht mehr möglich, beim Thema "Russland-Affäre" etwas von "Fake News" zu erzählen, schrieb die "Washington Post". Die Beweise seien zu eindeutig, argumentiert die Zeitung. Für die Republikaner werde es nun immer schwieriger, ihrem Präsidenten die Treue zu halten.

Springen die Republikaner ab?

Heute müssten sich republikanische Politiker fragen: "Können wir einen Präsidenten unterstützen, dessen engste Berater möglicherweise die Beeinflussung des US-Wahlkampfes durch eine feindlich gesinnte Nation begrüßten? Ist das wirklich in Ordnung?"

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(jg)