Brisante Enthüllung: Donald Trump Jr. wollte belastendes Material über Hillary Clinton aus Russland

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DONALD TRUMP JR
Donald Trumps Sohn wurden belastende Dokumente über Clinton aus angeblicher russische Regierungsquelle angeboten | Mark Kauzlarich / Reuters
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  • Donald Trumps ältester Sohn steht wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin unter Druck
  • Aus einem von ihm veröffentlichten E-Mail-Verkehr geht hervor:
  • Trump Jr. wurden belastende Informationen angeboten, die auch von der russischen Regierung gestammt haben sollen
  • Und er stimmte dem Treffen gerne zu

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump steht wegen eines Treffens mit der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaja unter Druck.

Nun hat Donald Trump Jr. einen E-Mail-Austausch veröffentlicht, mit dem das Treffen eingefädelt wurde. Daraus geht hervor: Trumps Sohn wurden tatsächlich belastende Informationen über Hillary Clinton aus russischen Regierungsquellen angeboten.

Der Russland-Kontakt bot Trumps Sohn "offizielle Dokumente und Informationen, die Hillary Clinton und ihre Verbindungen nach Russland belasten und sehr hilfreich für Ihren Vater (Donald Trump, Anm. d. Red.) sein könnten", an.

Das Material sei Teil der "Unterstützung Russlands für Trump"

Der Kontakt zu Veselnitskaja entstand über den Musikpublizisten Rob Goldstone, der die E-Mails an Trump Jr. schrieb. Die Informationen sollen aus einem Treffen des russischen Staatsanwalts stammen.

"Das sind offensichtlich sehr hochrangige und sensible Informationen, aber sie sind Teil der Unterstützung Russlands und seiner Regierung für Herrn Trump - mit Hilfe von Aras und Emin", schreibt Goldstone in einer E-Mail.

Bei "Aras und Emin" soll es sich um den russischen Immobilien-Mogul Aras Agalaro und dessen Sohn Emin, einem russischen Popstar, handeln.

Trump Jr. antwortete am selben Tag: "Es sieht so aus, als ob wir Zeit hätten, und wenn es das ist, was Du sagst, liebe ich es, besonders später im Sommer." In dem weiteren Schriftverkehr vereinbarten beide dann einen Termin. Goldstone erwähnt in diesem Zusammenhang eine "Anwältin der russischen Regierung".

Die Fotos der E-Mails zeigen weiterhin: Trump Jr. leitete die Nachrichten an seinen Schwager Jared Kushner, jetzt Top-Berater im Weißen Haus, und Trumps damaligen Wahlkampfleiter Paul Manafort weiter.

Donald Trump selbst sagte, er habe er vor Kurzen von dem Treffen erfahren.

Donald Trump gerät weiter in Bedrängnis

Donald Trump Jr. schrieb auf Twitter, er veröffentliche den Schriftverkehr, um Transparenz zu schaffen. Zuvor hatte die "New York Times" über die E-Mails berichtet.

Das Treffen dürfte Trump Jr. und auch seinen Vater weiter in Bedrängnis bringen.

Die amerikanischen Geheimdienste werfen dem Kreml vor, sich in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab.

Mehr zum Thema: Eine Grafik zeigt, wie tief Donald Trump in die Vorwürfe gegen seinen Sohn bei der aktuellen Russland-Enthüllung verstrickt ist.

Kaine wirft Trump Jr. Verrat vor

Der Veröffentlichung der E-Mails folgten scharfe Reaktionen. Der Vizepräsidentschaftskandidat von Hillary Clinton, Tim Kaine, warf Trump Jr. gegenüber dem US-Sender CNN vor, Verrat begangen zu haben.

"Wir sind schon über die Behinderung der Justiz hinaus", sagte der Politiker. "Das bewegt sich hin zu Meineid, falsche Behauptungen und möglicherweise sogar Verrat." Ein Rechtsexperte verneinte jedoch, dass der Tatbestand Verrat in diesem Fall erfüllt sei.

Der Präsident der US-Recherche-Plattform ProPublica Richard Tofel deutete die E-Mails als Beweis, dass sich das Trump-Team mit der russischen Regierung abgesprochen habe.

In einem Statement schreibt Donald Trump Jr., er habe geglaubt, bei dem Material habe es sich um Recherchen der politischen Opposition gehandelt. Die Anwältin, die er am 9. Juni schließlich traf, sei laut eigenen Aussagen keine russische Regierungsvertreterin gewesen. Sie habe ihm auch keine Informationen übergeben.

Wie die "New York Times" klarstellt, biete der E-Mail-Verkehr keine Hinweise darauf, dass das Treffen von Trump Jr. mit dem Hacker-Angriff auf die Demokraten in Zusammenhang stehe.

Mit Material der dpa

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