"Waren sich auf Anhieb sympathisch": So verlief das erste Treffen von Trump und Putin

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TRUMP PUTIN
Wladimir Putin streitet eine Manipulation der US-Wahlen ab - für Donald Trump ist das gut genug | Carlos Barria / Reuters
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  • Beim G20-Gipfel haben sich US-Präsident Trump und Russlands Präsident Putin zum ersten Mal getroffen
  • Putin stritt eine Einmischung in den US-Wahlkampf ab
  • Die beiden sollen sich "auf Anhieb sympathisch" gewesen sein

Wenn man zu lange auf ein Ereignis hin fiebert, werden die Erwartungen am Ende meistens enttäuscht. Das gilt auch für das erste Treffen von US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin.

Seit Monaten wird in den Vereinigten Staaten darüber diskutiert, welche Rolle die russische Regierung bei der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten hatte. Beim G20-Gipfel in Hamburg trafen die beiden Regierungschefs nun erstmals persönlich aufeinander - die perfekte Gelegenheit, um die Spekulationen ein für alle mal zu beenden, dachte sich Trump und eröffnete das Gespräch mit der Frage, was an den Behauptungen dran sei.

Der russische Präsident stritt die Vorwürfe ab. Und Trump scheint das Ehrenwort des einstigen Geheimagenten Putin zu genügen: Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson, der dem Treffen beiwohnte, sagte am Freitag, der US-Präsident wolle die Sache nun auf sich beruhen lassen.

Wie der amerikanische Nachrichtensender CBS News berichtet, habe Putin nach Beweisen für das angebliche Einwirken seiner Regierung auf die US-Wahl gefragt. Trump habe sich daraufhin gescheut, “weiter in der Vergangenheit zu wühlen”.

Die Präsidenten sprachen außerdem über die Konflikte in Syrien und der Ukraine, Anti-Terror Maßnahmen und Internetsicherheit.

Ziemlich beste Freunde

Das Treffen der Staatschefs im Rahmen des G20 Gipfels in Hamburg war ursprünglich auf 30 Minuten angesetzt. Tatsächlich dauerte es über zwei Stunden. “Keiner der beiden wollte das Gespräch beenden”, sagte Tillerson.

Trump und Putin seien sich “auf Anhieb sympathisch gewesen”, erklärte der US-Außenminister gegenüber amerikanischen Journalisten. Es sei offensichtlich, dass “die Chemie zwischen den beiden stimmt.”

Mehreren Mitgliedern von Trumps Kabinett wird vorgeworfen, geschäftliche Beziehungen nach Russland zu haben. Dazu gehört auch Tillerson, der vor seiner Berufung zum Außenminister den Mineralölkonzern ExxonMobil leitete. Zu den wichtigsten Handelspartnern von Exxon gehört die russische Firma Rosneft, ein Ölkonzern, der im Besitz der russischen Regierung ist.

Annäherung auch bei Trump und Merkel

Bevor sich die Staatsoberhäupter im kleinen Kreis trafen, traten sie gemeinsam vor der Presse auf. Trump sagte, es sei eine “Ehre”, den russischen Präsidenten endlich kennenzulernen.

“Wir haben schon so oft miteinander telefoniert, aber Telefonate reichen einfach nicht aus”, entgegnete Wladimir Putin mit Hilfe eines Dolmetschers. “Ich freue mich, Sie persönlich kennenlernen zu können.”

Am Ende des Gesprächs hielt Donald Trump dem russischen Präsidenten die Hand hin und dieser schüttelte sie zufrieden. Zumindest was einfache diplomatische Gesten angeht, scheint Trump sich also zu bessern. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel durfte beim Gipfel in Hamburg doch noch Trumps Händchen schütteln. Und da sag nochmal einer, der G20 wäre kein Meilenstein der internationalen Beziehungen...

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Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost UK und wurde von Anna Rinderspacher aus dem Englischen übersetzt.

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