Tesla bringt ein Elektro-Auto für alle auf den Markt - die ersten Bilder zeigen, warum die Konkurrenz chancenlos ist

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Tesla bringt ein Elektro-Auto für alle auf den Markt - die ersten Bilder zeigen, warum die Konkurrenz chancenlos ist | Stephen Lam / Reuters
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  • Elon Musk hat Bilder des ersten neuen Tesla-Modells veröffentlicht
  • Der Mittelklassewagen Tesla Model 3 geht jetzt in Serie und soll rund 35.000 Dollar kosten
  • Die Bilder zeigen: Tesla ist der Autobauer-Konkurrenz noch weit voraus ist

Die Zeit der Elektroautos ist da. Kein Hersteller, der in ein paar Jahren noch am Markt sein will, kann es sich leisten, keine eigenen Modelle zu produzieren.

Und doch haben fast alle Elektroautos, die im Moment auf dem Markt sind, mindestens ein Problem: Sie sind - seien wir mal ehrlich - wirklich hässlich.

Denkt man an ein Elektroauto, hat man wahrscheinlich ein Bild im Kopf, das ähnlich wie BMWs Modell i3 aussieht:

i3

Nicht gerade ein Design, das für Schreie des Entzückens sorgt.

Dazu kommt: die Reichweite. Das günstigste Modell des i3 zum Beispiel kommt mit großem Akku maximal 300 Kilometer weit und kostet knapp 35.000 Euro. Das Vollladen des i3 dauert mehrere Stunden.

Model S kostet rund 70.000 Euro

Natürlich gibt es eine Alternative, die schon jetzt am Markt ist: Tesla. Ein schickes Auto, dessen Batterie in der günstigsten Variante für 400 Kilometer reicht und an einem Tesla Supercharger in 75 Minuten vollständig geladen werden kann. Das einzige Problem: Mit rund 70.000 Euro ist Teslas Model S nicht gerade für jedermann erschwinglich.

tesla model s

Doch für alle, die schon immer von einem Tesla geträumt haben, sich das Auto aber nicht leisten konnten, hat Elon Musk eine gute Nachricht. Denn die Produktion des Mittelklassewagens Tesla Model 3 hat vergangene Woche begonnen. Noch im Juli sollen 30 brandneue Teslas das Werk verlassen, im August will der Elektroauto-Pionier 100 Fahrzeuge produzieren, im September schon 1500. Bis Dezember sollen 20.000 Model 3 gefertigt werden.

Das Model 3 soll 35.000 Dollar kosten, einen Preis für den deutschen Markt gibt es noch nicht. Damit ist Teslas Mittelklassewagen in etwa so teuer wie der i3 von BMW. Natürlich ist die Reichweite nicht so hoch wie beim Model S, sie soll rund 350 Kilometer betragen. Und der Wagen hat im Vergleich zum Oberklassemodell noch einen entscheidenden Nachteil: Er hat keinen kostenlosen Supercharger-Zugang, wie die Modelle S und X.

Supercharger nicht gratis für Model 3

Die Supercharger sind Stromtankstellen, die Tesla eigens für die Autos aufgestellt hat. Weltweit gibt es aktuell rund 900 davon, in Deutschland 59. Sie sorgen dafür, dass die Wagen besonders schnell laden.

Doch das neue Modell von Tesla hat zwei entscheidende Vorzüge gegenüber der Konkurrenz:

Teslas Model 3 ist günstig, es ist die günstigste Variante, die der Hersteller zu bieten hat. Und das Modell sieht nicht aus, wie man sich ein typisches rein elektrisch betriebenes Auto vorstellt. Diese beiden Eigenschaften machen das neue Tesla-Modell für den breiten Markt attraktiv.

"Wie ein Raumschiff"

Das Model 3 soll außerdem komplett auf autonomes Fahren ausgelegt sein und kommt mit allerlei Fahrerassistenzsystemen daher. Theoretisch sollte das Modell also autonom fahren können. Noch aber lässt es das deutsche Gesetz nicht zu, dass der Fahrer komplett durch ein System ersetzt wird.

Auch wenn es noch keine Bilder des Innenraums gibt, ist schon bekannt, dass ein 15-Zoll-Display die zentrale Anlaufstation sein soll. Laut Musk fühlt sich der Innenraum außerdem wie ein Raumschiff an.

Die Kunden sind schon seit der ersten Vorstellung im vergangenen Jahr begeistert. Innerhalb weniger Tage bestellten 300.000 Menschen das Einsteigermodell von Tesla - obwohl sie eine Anzahlung leisten mussten und der Produktionstermin noch gar nicht feststand.

Opel Ampera kommt bis zu 520 Kilometer weit

Natürlich: Autohersteller setzen immer mehr auf Elektroantrieb. Und die Zeiten, in denen Tesla der einzige Hersteller war, der ein E-Auto mit einer vernünftigen Reichweite auf den Markt gebracht hat, sind auch vorbei. Noch in diesem Jahr soll Opels Elektroauto Ampera kommen. Laut Hersteller hat der Mittelklassewagen eine Reichweite von bis zu 520 Kilometer. Es gibt ihn ab rund 40.000 Euro.

opel ampera

Allerdings: So schick wie Tesla ist auch Opels E-Zugpferd nicht.

E-Autos werden sich erst durchsetzen, wenn sie nicht mehr wie zusammengeknautschte Kleinwägen aussehen. Erst wenn die Autobauer verstehen, dass Kunden nicht nur ein umweltfreundliches, sondern auch ein schickes Auto wollen. Ein Auto, das bezahlbar ist und nicht irgendwo stehen bleibt, weil ihm der Saft ausgeht - erst dann werden Elektroautos unsere Straßen erobern. Dann aber vermutlich schneller, als wir es uns derzeit vorstellen können.

Im Moment bietet aber nur Tesla serienmäßig dieses Gesamtpaket aus Preis, Optik, Reichweite und Stromtankstellen.

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(ll)

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