"Rock gegen Links"? SPD-Justizminister Maas fordert Reaktion auf G-20-Gewaltprotest

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HEIKO MAAS
SPD-Justizminister Maas hat eine absurde Idee gegen linksextreme Gewalt | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Heiko Maas könnte sich ein Konzert "Rock gegen links" vorstellen
  • Der SPD-Politiker verurteilte die Ausschreitungen in Hamburg scharf

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz steht nach den Gewaltausschreitungen im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg unter Druck. Und mit ihm seine Partei, die SPD.

Besonders aus der Union müssen sich die Sozialdemokraten derzeit schwere Vorwürfe gefallen lassen. Sozialdemokraten würden die Gewalt von links verharmlosen, meint etwa der CDU-Staatssekretär Jens Spahn.

SPD-Justizminister Heiko Maas ist im Gespräch mit der "Bild“ nun in die Offensive gegangen. Doch seine Antwort auf die linksextremen Ausschreitungen sorgte vor allem für eins: Unverständnis.

"Ich würde mir auch wünschen, dass jegliche Form von politischem Extremismus, der umschlägt in sinnlose Gewalt, (...) nicht ohne gesellschaftliche Reaktion bleibt", begann Maas.

Die Nachfrage der "Bild"-Reporterin, ob er sich ein "Rock gegen Links"-Musikfestival vorstellen könnte, bejahte Maas. "Ja, ein 'Rock gegen links‘ oder was auch immer. Das müssen diejenigen entscheiden, die das dann auf die Beine stellen.

Eine Konzertveranstaltung, die sich gegen linke Ideologien richtet? Ein ungewöhnlicher Vorstoß für einen Sozialdemokraten, fanden viele.

Ein Twitter-Nutzer kommentierte, "Rock gegen Links“ gebe es bereits. So heißt nämlich ein Song der rechtsextremen Band Freikorps.

Mehr zum Thema: War das schon Terrorismus? Warum die deutsche Linke ein ernstes Problem mit der Gewalt hat

Maas: "Asoziale Schwerstkriminelle"

Der Politologe Maximilian Pichl kommentierte ähnlich: "Heiko Maas wünscht sich in der BILD ein Rockkonzert gegen links. Wer da wohl auftreten wird? Stahlgewitter? Störkraft? Oidoxie?“

Zumindest nannte Maas aber auch konkretere politische Konsequenzen, die die Geschehnisse von Hamburg haben müssten. "In einer deutschen Großstadt wird es nie wieder einen solchen Gipfel geben“, erklärte der SPD-Politiker.

Die Täter bei den Ausschreitungen verurteilte Maas scharf: "Das sind asoziale Schwerstkriminelle.“

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(ks)

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