"Jens Spahn ist ein unanständiger Provokateur": SPD-Vize Schäfer-Gümbel attackiert CDU-Hoffnungsträger Spahn

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"Jens Spahn ist ein unanständiger Provokateur": SPD-Vize Schäfer-Gümbel attackiert CDU-Hoffnungsträger Spahn | Getty Images
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  • SPD-Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel hat CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hart attackiert
  • Es sei eine Frechheit, die Exzesse beim G20-Gipfel in Hamburg jetzt allein Bürgermeister Olaf Scholz in die Schuhe zu schieben
  • Spahn sei ein "unanständiger Provokateur"

Eigentlich ist Thorsten Schäfer-Gümbel nicht für seine Wutreden bekannt. Der SPD-Parteivize ist eher der ruhige, besonnene Typ, der es in Diskussionsrunden mit seiner Art schon einmal schwer hat, Gehör zu finden.

Doch auch Schäfer-Gümbel hat offenbar ein Reizthema, bei dem er seine Ruhe aufgibt. Und das heißt Jens Spahn und ist ein Hoffnungsträger der Union.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk hat Schäfer-Gümbel Spahn am Montag heftig attackiert.

Thema des Gesprächs waren, wie sollte es auch anders sein, die Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg.

Schäfer-Gümbel nimmt seinen Parteifreund, den Hamburger Oberbürgermeister Olaf Scholz in Schutz. Die Einschätzung von Scholz bezüglich der Sicherheit in der Stadt sei basierend auf Einschätzungen von Sicherheitsbehörden. Niemand habe mit dieser "rohen und sinnfreien Gewaltorgie" gerechnet.

"Überrascht von der Aggressivität"

Scholz hatte im Vorfeld des Gipfels Sätze wie "Seien Sie unbesorgt. Wir können die Sicherheit garantieren und wir werden Gewalttaten und unfriedliche Kundgebungsverläufe unterbinden" gesagt.

Natürlich sei man von der Aggressivität überrascht worden, sagt Schäfer-Gümbel. Für zukünftige Einsatzlagen werde das sicher eine Rolle spielen. Rücktrittsforderungen an Scholz weist Schäfer-Gümbel vehement zurück.

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"Es ist kein persönliches Problem von Olaf Scholz, sondern es gab durchgängig Einschätzungen, die zu einem Lagebild geführt haben, dass man 20.000 Polizeikräfte zusammengezogen hat, wo vieles richtig und gut gelaufen ist. Aber es hat auf der anderen Seite Exzesse gegeben, die man so nicht abgesehen hat", betont der SPD-Politiker.

"Es ist eine Frechheit, das Scholz in die Schuhe zu schieben"

Er hält es für "infam", wie aus dieser Situation momentan versucht werde, parteipolitisches Kapital zu schlagen.

Nach den Blockupy-Krawallen in Frankfurt vor zwei Jahren, bei denen 120 Polizisten verletzt wurden, habe die hessische SPD auch nicht versucht, der CDU-Landesregierung "an den Karren zu flicken", so der hessische Sozialdemokrat.

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Es sei "eine Frechheit", das was passiert sei, Scholz in Person in die Schuhe zu schieben.

Schäfer-Gümbel fügt hinzu: "Und dass ausgerechnet jemand wie Herr Spahn da wirklich versucht, in den letzten Tagen die SPD in Gewaltnähe zu rücken, das ist wirklich unsäglich." Es sei wie immer: "Er ist ein unanständiger Provokateur an solchen Stellen. Für alles Schlechte auf dieser Welt sind immer andere verantwortlich."

"Unanständig wie selten etwas"

Doch das war nicht der einzige Angriff auf Spahn - der es dem SPD-Vize offenbar besonders angetan hatte.

Auf die Frage, ob die Linke auch ein Gewaltproblem hat, antwortet er: "Ganz sicherlich. Und das ist auch kein neuer Umstand." Doch Spahn lässt ihn auch bei dieser Frage nicht los.

"Ich kann nur noch einmal zurückspringen auf Herrn Spahn, der ja nun wiederum versucht hat, in den letzten Stunden das in unsere Richtung zu drehen." Der SPD-Politiker finde das "wirklich unanständig wie selten".

Freunde werden die beiden wohl nicht mehr werden.

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(mf)