Ein Mann rettet ein Kind vor einem mutmaßlichen Entführer - dafür verliert er seinen Job

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  • Dillon Reagan aus Oregon hat der Polizei geholfen, eine mutmaßliche Kindesentführung zu verhindern
  • Sein Arbeitgeber kündigte ihm daraufhin, weil er unerlaubt seinen Arbeitsplatz verlassen hatte
  • Nachdem sich Reagan öffentlich über das Vorgehen beschwerte, rudert das Unternehmen nun zurück

Dillon Reagan ist unglaublich wütend auf seinen Arbeitgeber. "Ich wurde gefeuert, weil ich einen Kidnapper daran gehindert habe, ein Kind zu verschleppen", schreibt der 32-Jährige aus dem US-Bundesstaat Oregon auf Facebook.

Mit seinem Statement hat er jetzt landesweit großes Aufsehen erregt - und seinen ehemaligen Vorgesetzten zum Umdenken gebracht.

Reagan arbeitete seit vier Jahren für die amerikanische Baumarktkette Home Depot in Portland, als vergangenen Mai ein Kollege einen Streit auf dem Parkplatz vor dem Baumarkt bemerkte. Reagan sagte dem lokalen Fernsehsender "KGW": "Ich lief hinaus und sah eine Frau, die weinte und außer sich war. 'Bitte helft mir! Er stiehlt mein Kind. Er kidnappt mein Kind!', rief sie."

Die Polizei wies Reagan an, dem mutmaßlichen Entführer zu folgen

Reagan und sein Kollege alarmierten daraufhin die Polizei, die sie anwies, den Mann mit dem Kind nicht aus den Augen zu lassen. Also folgten die beiden dem mutmaßlichen Entführer, der das Kind von dem Parkplatz wegtrug und die Straße entlanglief.

Die Polizei erreichte den Ort nur wenige Minuten später, verhaftete den Mann und gab der verzweifelten Mutter ihr Kind zurück. Reagan und sein Kollege kehrten zu ihrem Arbeitsplatz zurück und waren froh, dass alles gut ausgegangen war.

Wie die Polizei später herausfand, handelte es sich bei bei dem Vorfall allerdings um einen häuslichen Streit, es wurde keine Klage gegen den Mann, der das Kind mitgenommen hatte, erhoben. Doch das konnte Reagan nicht wissen.

"Wir sollten doch das Richtige tun, auch wenn es gegen die Richtlinien es Unternehmens verstößt"

Für ihn folgte am nächsten Tag eine böse Überraschung: Dem jungen Mann wurde gekündigt. Laut seines Vorgesetzten hätte er wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren sollen, anstatt dem mutmaßlichen Entführer zu folgen.

Dabei handelte es sich bei Reagan um den zweiten Verstoß gegen die Richtlinien innerhalb eines Monats - denn bei dem früheren Vorfall wurde er verwarnt, weil er Schimpfwörter in einem Streit mit einem Kollegen verwendet hatte. Für den Arbeitgeber Grund genug, Reagan zu feuern.

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In einem Brief der örtlichen Behörde für Arbeitslose, den Reagan vergangene Woche wütend auf Facebook postete, steht: "Sie waren bis zum 19. Juni 2017 bei Home Depot angestellt, bis Ihnen gekündigt wurde, weil Sie der Polizei dabei geholfen haben, eine mutmaßliche Kindesentführung zu verhindern."

Der Brief, der 20.000 Mal geteilt wurde, und die bewegende Geschichte dahinter erregten große Aufmerksamkeit. Zahlreiche Medien berichteten und interviewten Reagan. "Wir sollten doch das Richtige tun, auch wenn es gegen die Richtlinien es Unternehmens verstößt und das Konsequenzen haben könnte", sagte er "KGW".

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Die Baumarktkette will ihre Entscheidung rückgängig machen

Nach dem großen Medienecho ruderte die Baumarktkette zurück: “Wir haben uns den Fall noch einmal angeschaut und Herrn Reagan wissen lassen, dass wir unsere Entscheidung angesichts der Umstände zurücknehmen", sagte ein Sprecher von Home Depot gegenüber "KGW". Reagan dürfe gerne wieder bei ihnen arbeiten.

Nachdem dieser das Angebot erst ablehnte, überlegte er es sich nach einigen Verhandlungen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber doch noch anders. "Ich bin noch vorsichtig und skeptisch, wieder dort zu arbeiten, aber es fühlt sich an, als wäre es die richtige Entscheidung. Wünscht mir Glück", schreibt er auf Facebook.

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(lk)

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