Publizist Henryk M. Broder über G20: Merkel hat die Bilder bekommen, die sie verdient

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  • Der Kolumnist M. Broder hat auf die Ausschreitungen während des G20-Gipfels reagiert
  • Er kritisierte auf gewohnt bissige Art Angela Merkel und die Demonstranten
  • Im Video: Broder hat einen Lösungsansatz, wie man Ausschreitungen verhindern könnte

Der "Welt"-Kolumnist Henryk M. Broder hat in einem Interview in gewohnt bissiger Art auf die Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg reagiert.

"Man kann nicht eine Million Menschen zur Geisel nehmen"

Dabei kritisierte er sowohl Kanzlerin Angela Merkel, als auch die linksextremistischen Demonstranten. "Man kann nicht eine Million Menschen in Hamburg zur Geisel nehmen, nur damit Frau Merkel schöne Bilder bekommt", so Broder.

Merkel habe mit den gewalttätigen Ausschreitungen nun die Bilder bekommen, die sie im Sommer 2015 "um jeden Preis vermeiden" wollte. "Das finde ich einigermaßen gerecht“, kommentierte Broder.

"Es sind alle schuld - bis auf die Chaoten"

Auch die viel diskutierte Frage, wer an der Eskalation in Hamburg schuld habe, versuchte Broder in dem Interview zynisch zu beantworten:

"Es sind alle schuld - bis auf die Chaoten, weil die haben einen fantastischen Job gemacht." Der "Welt"-Kolumnist kritisierte auch die mediale Unterscheidung zwischen friedlichen und gewaltbereiten Demonstranten:

"Gewaltbereit bin ich, wenn ich im Stau stehe"

"Gewaltbereit bin ich, wenn ich zwei Stunden im Stau stehe. Aber die haben die Gewalt exekutiert", meinte Henryk M. Broder. Auch einen Lösungsansatz, um kommende Eskalationen zu vermeiden, hatte Broder parat:

"Ich finde, es wäre ganz einfach, wenn man die Leute, die die Demos anmelden für die Schäden haftbar machen würde, die bei der Demo entstehen".

Die Ausschreitungen beim G20-Gipfel vergangenes Wochenende in Hamburg gelten in Deutschland mit 476 verletzten Polizisten, 186 Festnahmen und unzähligen Plünderungen als eine der aggressivsten Demonstrationen des Jahrzehnts.

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