Akute Lebensgefahr: Einsatzleiter erklärt, warum die Polizei so spät in die Schanze vorrückte

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  • Kritiker werfen der Polizei vor, während des G20-Gipfels zu spät eingegriffen zu haben
  • Die Polizei wehrt sich: Es habe Lebensgefahr für ihre Beamten bestanden
  • Das Video oben zeigt, wie heimtückisch die Randalierer den Polizisten auflauerten

Randalierer konnten in der Nacht von Freitag auf Samstag in Hamburg ganze Straßenzüge verwüsten und Geschäfte plündern, ohne dass sich ihnen die Polizei in den Weg gestellt hätte. Erst nachdem Spezialkräfte eingetroffen waren, rückten die Beamten vor. Kritiker werfen der Polizei deswegen Versagen vor.

Schon am Samstag wehrte sich ein Polizeisprecher im Interview mit der Nachrichtenseite "Focus Online". Er sagte, die Polizisten hätten sich in Lebensgefahr begeben müssen, um Sachbeschädigung zu verhindern. Deshalb habe man auf die Spezialisten gewartet.

Attacke von oben

Einsatzleiter Hartmut Dudde zeigte Bilder einer Wärmebildkamera aus dem Schanzenviertel. Darauf zu sehen sind Gestalten auf dem Dach eines mehrstöckigen Gebäudes, die Gegenstände in die Straßenschlucht werfen - wo laut Dudde gerade Polizisten laufen.

"Wenn er trifft, gehen die Polizeikräfte in Flammen auf"

Eine Person zündet auf dem Dach einen Molotowcocktail. "Und jetzt wird er ganz gepflegt auf den Wasserwerfer geworfen", kommentierte Dudde. Dass der Brandsatz nicht zündete, habe nur mit "Glück oder Zufall" zu tun. "Wenn er damit unten Polizeikräfte trifft, gehen die in Flammen auf."

Dann zeigen die Bilder, wie sich die Randalierer umziehen, um später nicht erkannt zu werden. "Aus Schwarz mach Bunt", sagte Dudde sarkastisch.

Wie die Demonstranten gegen die Polizei hetzen

Bilder einer normalen Filmkamera zeigen Bilder vom Fischmarkt am Hafen. Dort werfen Vermummte Gegenstände auf die Polizei. Über Lautsprecher heizen Demonstranten die Stimmung an. Die Polizei eskaliere "ohne jeglichen Grund". Dass allein das Vermummen auf Demonstrationen verboten ist, bleibt unerwähnt.

Die kompletten Videos der Pressekonferenz seht ihr auf dem Youtube-Kanal der Hamburger Polizei.

Diese Bilder erklären, welcher Heimtücke, welcher Aggression, welcher Gefahr die Polizisten ausgesetzt waren.

Vorwürfe, die Situation sei von vorneherein unterschätzt worden, die Polizei hätte sich anders aufstellen müssen, entkräften sie freilich nicht. Allerdings sagten schon am Samstag selbst erfahrene Polizisten, dass sie so einen "Gewaltrausch" noch nie erlebt hätten.

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(poc)

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