Moderatorin Dunja Hayali findet wunderbar richtige Worte nach den Ausschreitungen in Hamburg

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DUNJA HAYALI
Dunja Hayali | dpa
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  • Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat auf Facebook die Krawalle in Hamburg kommentiert
  • Sie beschreibt den Kontrollverlust des Staates
  • Und warnt, die Schuld den Falschen zuzuschieben

Die ZDF-"Morgenmagazin"-Moderatorin Dunja Hayali ist bekannt für ihre klaren, couragierten Worte zu allem, was in der deutschen Gesellschaft schief läuft.

Nach den Krawallen in Hamburg anlässlich des G20-Gipfels postete sie auf Facebook eine lange Nachricht. Es ist eine gute Analyse dessen, was an diesem Wochenende in Hamburg passiert ist.

"Es läuft was richtig schief"

"Es läuft was richtig, richtig schief, wenn sich Bekannte aus Hamburg – ganz normale Leute – einen Einkaufswagen voller Steine in den Hausflur stellen, damit sie sich im Notfall verteidigen können", schreibt sie. "Wenn Menschen aus dem Schlaf aufschrecken, um ihr brennendes Auto zu löschen."

Der Staat habe das Gewaltmonopol – wenn er seinen Bürgern keinen Schutz mehr biete, dann liege etwas im Argen.

Es ist ein Thema, das viele umtreibt in diesen Tagen. So waren viele Deutsche fassungslos, dass die Polizei die Gewalt in der Nacht zum Samstag nicht in den Griff bekam. Dass ein ganzes Stadtviertel verwüstet wurde, ohne dass die Polizei dem Einhalt gebot.

Ein Polizeisprecher sagte dem Nachrichtenportal "Focus Online", die Beamten seien so bedroht worden, dass die Einsatzleitung um deren Leben fürchtete. Und da keine Unbeteiligten bedroht worden seien, sondern nur Sachschaden zu befürchten war, habe man lieber auf Spezialkräfte gewartet.

"Gewalt mit Gewalt zu rechtfertigen, ist eine kranke Argumentation"

Hayali findet auch, dass man diskutieren müsse, ob der G20-Gipfel in einer Großstadt stattfinden müsse, ob es der Gipfel überhaupt sinnvoll sei. Ob die Politik das Richtige tue. Genau deswegen diskutiere sie diese Frage auch mit extremen Linken.

Aber: "Es gibt nichts, absolut nichts, es gibt kein einziges Argument, das diese Gewaltausbrüche rechtfertigen könnte. Gewalt mit Gewalt zu rechtfertigen, ist eine kranke Argumentation, die zu nichts anderem führt als zu Hass und Zerstörung."

Sie warnt davor, die Schuld anderen zuzuschieben: "Es ist keine Straftat, wenn sich Regierungschefs treffen und unterhalten. Es ist nicht mal eine Ordnungswidrigkeit. Es ist ihre Pflicht."

Mehr zum Thema: Alle wichtigen Informationen zum G20-Gipfel findet ihr in unserem Live-Blog

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(jg)

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