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08/07/2017 16:44 CEST | Aktualisiert 08/07/2017 18:26 CEST

"Nicht gewählt, unqualifiziert": Ivanka Trump vertritt ihren Vater bei G20-Verhandlungen - und sorgt für Empörung

  • Ivanka Trump hat ihren Vater bei den G20-Verhandlungen überraschend vertreten

  • Der Auftritt hat Empörung ausgelöst - denn die Tochter von Donald Trump ist keine offizielle Regierungsvertreterin

  • Die Szene seht ihr oben im Video

Plötzlich sitzt sie mit am Tisch: Die Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, hat ihren Vater bei den G20-Verhandlungen überraschend vertreten. Das Weiße Haus bestätigte die Meldung.

Zunächst hatte die russische Unterhändlerin Svetlana Lukash in zwei Tweets davon berichtet. Sie teilte ein Foto, das Ivanka Trump in Begleitung ihres Vaters zeigt.

In einem weiteren Tweet schrieb sie, Ivanka Trump habe ihren Vater am Verhandlungstisch ersetzt - und zwar, als dieser für ein Gespräch den Raum verlassen habe. Die Tochter sei bei mindestens zwei Gelegenheiten an die Stelle des Präsidenten getreten, habe aber nicht das Wort ergriffen.

Der Tweet ist nicht mehr aufrufbar, unter anderem zitiert ihn jedoch die "Bild"-Zeitung.

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"Nicht gewählt und unqualifiziert"

Eine Sprecherin des Weißen Hauses bestätigte US-Medien, Ivanka Trump habe sich kurz an den Verhandlungstisch mit den anderen Staatschefs gesetzt.

Die Szene sorgte für Empörung. Denn Ivanka Trump hat zwar ein offizielles Amt als Beraterin im Weißen Haus inne, ist jedoch keine gewählte oder offizielle Regierungsvertreterin. Dass sie zusammen mit anderen Staatschefs, wie dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Xinping oder Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), an einem Tisch sitzt, ist also durchaus ungewöhnlich.

Buch-Autor Brian Klaas teilte das Bild der Präsidenten-Tochter in der Runde der G20-Teilnehmer und kommentierte mit deutlichen Worten: "Ivanka Trump, nicht gewählt, unqualifiziert".

Gabriel findet Trumps Vetternwirtschaft "befremdlich"

Die deutsche Regierung reagierte gelassen. "Dass ein Berater mal kurz vorne sitzt, ist nichts Neues", hieß es aus Regierungskreisen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Noch Ende April hatte sich der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) allerdings kritisch über die prominente Rolle von Ivanka Trump geäußert. "Mich befremdet es nach wie vor, wenn Familienmitglieder, die nie gewählt wurden, auf einmal wie Staatsgäste auftreten und ihnen fast schon wie Mitgliedern eines Herrscherhauses gehuldigt wird", sagte er.

Noch befremdlicher allerdings ist, dass Ivanka Trump kürzlich in einem Interview mit dem US-Sender Fox News gesagt hatte: "Ich versuche mich aus der Politik herauszuhalten."

Augenscheinlich hält sie es mit der Wahrheit ähnlich genau wie ihr Vater.

Mehr zum Thema: Alle wichtigen Informationen zum G20-Gipfel findet ihr in unserem Live-Blog

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(jg/sk)