G20-Live-Blog: Das Treffen der mächtigsten Staatschefs der Welt wurde von Krawallen überschattet

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  • Der G20-Gipfel in Hamburg wurde von Krawallen überschattet
  • Drei Nächte lang lieferten sich linksextreme Vandalen Straßenschlachten mit der Polizei
  • Das Video oben zeigt, wie die Krawalle Hamburg in der Nacht zum Samstag verwüsteten

Die HuffPost war mit drei Reportern beim G20-Gipfel in Hamburg vor Ort. Alle Entwicklungen könnt ihr hier nachlesen. Außerdem könnt ihr euch unsere regelmäßigen Live-Übertragungen nochmal auf unserer Facebook-Seite anschauen.

13:46 Uhr: Die Polizei zieht Bilanz

Bei den gewaltsamen Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg sind nach Angaben der Hamburger Polizei bisher 476 Beamte verletzt worden (Stand: Sonntagmittag). Es handele sich dabei um Polizisten aus den Ländern und um Bundespolizisten, hieß es am Sonntag.

Seit Beginn des Polizeieinsatzes am 22. Juni wurden insgesamt 186 Menschen fest- und 225 in Gewahrsam genommen.

11:52 Uhr: Eine kleine Entschädigung gibt es für Pkw-Besitzer

Für alle geschädigten Auto-Besitzer gibt es ab Montag HVV-Monatskarten.

10:01 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht die Hansestadt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Sonntagmorgen in Hamburg eingetroffen, um sich nach den Ausschreitungen während des G20-Gipfels über die Lage zu informieren.

Er will unter anderem mit dem Führungsstab der Polizei sowie mit Polizisten einer Einsatzhundertschaft sprechen. Außerdem trifft er verletzte Beamte sowie Bürger, die von den gewalttätigen Krawallen betroffen sind, teilte das Präsidialamt mit.

Bürgermeister Olaf Scholz begleitet ihn bei den Gesprächen.

9:53 Uhr: Hamburg räumt auf

Was übrig bleibt vom Gipfel ist für die Hamburger vor allem eines: Verwüstung. Deshalb treffen sich am Sonntag tausende Hanseaten, um gemeinsam ihre Stadt wieder sauber zu machen und ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen.

Ab 13 Uhr am Sonntag beginnt das große Saubermachen am Bahnhof Sternschanze.

9:44 Uhr: Merkel und UN-Generalsekretär betonen Erfolge

Der Gipfel ist vorbei und trotz weiter massiven Streits mit den USA bei Klimaschutz und Welthandel haben Spitzenpolitiker die Ergebnisse des ersten G20-Gipfels in Deutschland verteidigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden. "Wir haben in einigen Bereichen durchaus gute Ergebnisse erzielt", sagte sie auf ihrer Abschluss-Pressekonferenz in Hamburg am Samstag.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres wertete das Treffen als Erfolg. Der Gipfel der Gruppe führender Wirtschaftsnationen sei "kein Fehlschlag" gewesen, betonte Guterres in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies darauf, dass die USA und Präsident Donald Trump im Streit um den Klimaschutz isoliert worden seien. "19 Länder haben solide zusammengestanden und sich verpflichtet, Kurs zu halten. Und das ist ein wichtiger Erfolg."

0:54 Uhr: Sonderzug fährt zu spät Richtung Basel

Am Hamburger Hauptbahnhof ist ein Sonderzug losgefahren, der G20-Gegner in Richtung Basel bringen sollte. Die Abfahrt verzögerte sich um gut eine Stunde, weil die Polizei die Personalien von Mitfahrenden aufnehmen und Videos von ihnen machen wollte. Mit der Maßnahme sollte nach mutmaßlichen Straftätern gesucht werden. Letztlich kontrollierten die Beamten nur oberflächlich. Festnahmen gab es nicht.

0:23 Uhr: Wieder brennen Barrikaden

Die Polizei hat vor dem Kulturzentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel Wasserwerfer eingesetzt, um eine Sitzblockade aufzulösen. Den Angaben zufolge wurden zudem an der nahen Sternbrücke Barrikaden entzündet. Einsatzkräfte löschten und räumten demnach.

0:10 Uhr: Trommelprotest nach klarer Ansage der Polizei

Beobachtern zufolge haben sich die Spezialeinsatzkräfte wieder zurückgezogen und den regulären Polizeikräften das Feld überlassen. Gleichzeitig gab es eine Ansage an die Leute vor der Roten Flora, dass sie ab sofort nicht mehr als Unbeteiligte gelten und mit Zwang rechnen müssten. Sie gingen nach dieser Aufforderung. Andere Demonstranten tanzten auf den Straßen und stimmten einen Trommelprotest an.

23:56 Uhr: Hamburger wollen selbst gegen Störer vorgehen

Angriffe mit Steinen und Flaschen auf Polizeibeamte waren nach Angaben der Polizeipressestelle der Auslöser für den massiven Einsatz gegen teils vermummte Demonstranten auf dem Pferdemarkt. Zudem seien bei einer Sparkassen-Filiale Fenster zu Bruch gegangen.

Der Polizei lagen Meldungen über Personen vor, die gegen Störer vorgehen wollten. Sie rief dazu auf, das Einschreiten unbedingt den Einsatzkräften zu überlassen. Laut Bundespolizei kam es wegen der aktuellen Situation zu erheblichen Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr im gesamten Stadtgebiet.

23:24 Uhr: Trump lobt die Polizei

US-Präsident Donald Trump hat die Polizei gelobt. Sie habe einen "spektakulären Job" gemacht. "Alle fühlten sich total sicher - außer die Anarchisten."

23:19 Uhr: Wasserwerfer in Stellung gebracht

Mehrere Wasserwerfer und Räumfahrzeuge sind in die Schanzenstraße und in die Straße Schulterblatt eingerückt. Ihnen folgten Hundertschaften der Polizei. Die Polizei hat die Reihen geschlossen und treibt die Demonstranten in Richtung Schulterblatt. Gleichzeitig sind links und rechts der Roten Flora zwei Wasserwerfer und massive Polizeieinheiten aufgestellt worden.

22:17 Uhr: Neue Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten

In der Schanze haben sich am Abend wieder Hunderte versammelt. Die Polizei sprach von etwa 600 Menschen, die sich auf dem Neuen Pferdemarkt und in der Straße Schulterblatt aufhielten, wo es am Vorabend zu den Krawallen gekommen war. Zunächst sei alles ruhig gewesen, sagte ein Polizeisprecher, dann sei es im Bereich Neuer Pferdemarkt zu Angriffen auf Einsatzkräfte aus einer größeren Personengruppe heraus gekommen.

Unterdessen melden Einsatzkräfte mehrere Festnahmen. Unter anderem sei ein mutmaßlicher Zwillenschütze gefasst worden, der auf Polizisten geschossen habe.

21:15 Uhr: Polizeigewerkschafter legt Scholz Rücktritt nahe

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat dem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) den Rücktritt nahegelegt. "Wenn er keinen Plan hat, wie er linke Gewalt künftig verhindern will, muss er seinen Hut nehmen", sagte Wendt dem Berliner Radiosender 105'5 Spreeradio. Diese Gewalt habe sich in zurückliegenden Jahren etablieren können.

Scholz habe bei vielen Polizisten unfassbaren Zorn ausgelöst. Während draußen «Polizisten aus Hamburg um ihr Leben gekämpft haben, sitzt dieser Bürgermeister in aller Ruhe in der Elbphilharmonie und hört Musik. Das ist ein Skandal", sagte Wendt. "Er hat uns lächerlich gemacht, als wir vor Krawallen gewarnt haben, und hat das Ganze wie einen Hafengeburtstag hingestellt."

19:58 Uhr: Scholz verspricht Opfern schnelle Hilfe

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat den Opfern der Krawalle schnelle Hilfe zugesagt. Schon in den nächsten Tagen würden der Hamburger Senat und die Bundesregierung eine Vereinbarung über Entschädigungen schließen.

Merkel hatte den Opfern der Gewalt schon zuvor schnellstmögliche Hilfe zugesagt. Sie habe bereits mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) abgesprochen, dass man prüfen werde, wie man die Gewaltopfer gemeinsam mit der Stadt Hamburg unterstützen könne.

19:44 Uhr: Merkel dankt den Einsatzkräften

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz danken den Einsatzkräften, die den Gipfel begleitet haben. Merkel spricht von einer "unglaublichen Leistung", die Polizei und Rettungskräfte erbracht hätten. Man möge ihren Dank auch den Familien ausrichten, die zu Hause saßen und sich um die Einsatzkräfte gesorgt hätten.

19:38 Uhr: Schwarzer Block zieht sich zusammen

HuffPost-Reporter Maximilian Marquardt ist im Hamburger Schanzenviertel unterwegs. Er berichtet von angespannter Stimmung. Viele Leute seien Betrunken, viele Schaulustige stünden herum - und der Schwarze Block bringe sich wieder ein Stellung.

19:04 Uhr: Türkei will Klimaabkommen nicht ratifizieren

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigt an, sein Land werde das Pariser Klimaabkommen erst einmal nicht ratifizieren. Erst sollten die anderen Länder die Versprechen einlösen, die sie der Türkei gegeben hätten.

Möglicherweise geht es ums Geld. Wird die Türkei als Industrienation eingestuft, müsste sie Geld in den Umweltfonds einzahlen, der zum Abkommen gehört. Bislang bekommt sie Geld.

18:15 Uhr: Live-Video von der Demo

17:50 Uhr: Merkel verliest ihre Abschlusserklärung

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt ihre Abschlusserklärung zum G20-Gipfel. Wer sich die Rede ansieht, merkt: Euphorie hört sich anders an.

17:30 Uhr: Schwarzer Block formiert sich

Die Situation entspannt sich kurzzeitig wieder, meldet HuffPost-Reporter Marquardt. Die Leute seien allerdings alkoholisiert und aggressiv. Laut Polizei formiere sich der Schwarze Block, die Polizei ziehe sich zurück.

17:21 Uhr: Stimmung auf der Demo kippt

Bislang ist die Demonstration friedlich verlaufen. Jetzt berichtet HuffPost-Reporter Maximilian Marquardt, dass die Stimmung kippt. Die Polizei bringe Wasserwerfer in Stellung. Etwa 30 Polizisten seien von Demonstranten eingekreist.

16:53 Uhr: Manch ein Hamburger versucht es mit Galgenhumor

Trotz all der Zerstörung schafft es mancher Hamburger, seinen Humor zu behalten. Auf einem der ausgebrannten Autos liegt ein Plakat über die zerbrochenen Windschutzscheibe: "BMW abzugeben. Bedingt fahrbereit."

16:42 Uhr: Wolfgang Bosbach findet klare Worte für die Gewaltexzesse im Schanzenviertel

Alle Befürchtungen sogar die schlimmsten seien eingetreten, sagt CDU-Bundestgsabgeordneter Wolfgang Bosbach. Auf die Frage hin, ob die Polizei Mitschuld trage, wird er richtig wütend: "Das fehlt jetzt noch, dass die Polizei Schuld daran ist, was da passiert ist. Schuld sind die Chaoten, die Kriminellen, nicht die Mehrzahl der friedlichen Demonstranten, sondern diejenigen, die angeblich unter dem Vorwand politischen Protestes schwere Straftaten begehen.

Wer glaubt, eine Attacke auf ein Fahrradgeschäft sei Ausdruck einer politischen Gesinnung, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun!"

13:29 Uhr: Innenminister de Maizière empört über "extrem gewalttätige Chaoten"

Bundesinnenminister Thomas de Maitière hat sich zu den Krawallen in Hamburg geäußert. Er geißelte die Brutalität der Linksextremen als "unfassbar und empörend." Enthemmte Angriffe auf Menschen, Plünderungen und Brandstiftungen hätten nichts mit politischen Motiven oder Protest zu tun.

12:50 Uhr: Bewohner im Schanzenviertel wehren sich mit Kreativität

Die Anwohner im Schanzenviertel distanzieren sich von der Gewalt. Mit Kreide steht auf der Straße: "Keine Gewalt in unserem Viertel. Haut ab Schwarzer Block!"

Manch einer gestaltete aus rausgerissenen Pflastersteinen einfach ein buntes Blumenbeet.

12:31 Uhr: Unsere Reporter berichten von der Großdemo "Grenzenlose Solidarität"

Die HuffPost-Reporter Maximilian Marquardt und Jürgen Klöckner berichten von der Großdemo "Grenzenlose Solidarität". Bislang verläuft alles friedlich.

12:22 Uhr: Saubermänner im Einsatz

Der Hamburger Stadträumung hat an diesem Samstag viel zu tun - und bedankt sich für die Unterstützung bei den Aufräumarbeiten nach den Krawallen in der Nacht.

12:02 Uhr: Polizei stürmt Szenelokal in St. Pauli

Die Hamburger Polizei hat im Stadtteil St. Pauli einen Szenetreff der Linksautonomen gestürmt. Das berichten mehrere Medien.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer äußerte sich gegenüber dem NDR zu der Razzia: "Es gibt Hinweise darauf, dass an bestimmten Stellen schwere Straftaten vorbereitet werden." Er sprach unter anderem von der Vorbereitung von Molotow-Cocktails. Daher gebe es derzeit mehrere "gefahrenabwehrende Durchsuchungen".

11:42 Uhr: Keine Angst vor Demonstranten: Macron spaziert durch Hamburg

Starkes Zeichen des französischen Präsidenten: Trotz der vielen gewalttätigen Proteste in der Stadt, ist Emmanuel Macron am Samstagmorgen entlang der Alster zu einem Treffen mit dem chinesischen Premier Xi Jinping gelaufen - und spricht mit fröhlichen Hamburger Passanten.

Er setzte ein Zeichen des Optimismus, unterhielt sich mit Anwohnern und machte Selfies.

11:05 Uhr: Greenpeace protestiert gegen Kohleenergie

Am Samstagmorgen hat die Umweltorganisation Greenpeace in Hamburg auf eindrucksvolle Weise für besseren Klimaschutz demonstriert. Aktivisten seilten sich von der Köhlbrandbrücke über der Elbe ab und forderten von der Bundesregierung einen sofortigen Kohleausstieg.

Die älteren Beiträge findet ihr hier.

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