Eine Szene am Straßenrand zeigt die Überlastung der Polizisten in Hamburg

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  • Tausende Polizisten sind beim G20-Gipfel im Dauer-Einsatz
  • Trotzdem wurden die Beamten am Freitagabend stundenlang nicht Herr der Lage im Schanzenviertel
  • Das Foto eines völlig erschöpften Polizisten am Straßenrand spiegelt die Überlastung der Sicherheitskräfte wider

Schon bevor es zu den großen Ausschreitungen in der Nacht auf Samstag gekommen war, hatte die Hamburger Polizei Verstärkung aus anderen Bundesländern angefordert. Dennoch geriet die Lage am Abend außer Kontrolle. Stundenlang schafften es die Sicherheitskräfte nicht, Herr der Lage zu werden.

Anfangs versuchten sie mit Wasserwerfern vorzurücken und die brennenden Barrikaden zu löschen, später kamen sie um den Einsatz von Tränengas nicht herum, wurden mit Pflastersteinen beworfen und mit Zwillen beschossen.

Das SEK stürmte später Häuser und räumte das Viertel. Gepanzerte Fahrzeuge schoben die Barrikaden weg, bis tief in die Nacht hinein.

Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Lage, vereinzelt kam es in den frühen Morgenstunden noch zu Flaschenwürfen auf Polizeifahrzeuge. "G20: Eine solche Nacht darf sich in unserem Rechtsstaat nicht wiederholen!", twitterte die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Die Einsatzkräfte sind überlastet

Auch wenn die Art und Weise des polizeilichen Vorgehens weiter für viel Gesprächsstoff sorgt, eins steht fest: Die Beamten, die bei den Protesten rund um den G20-Gipfel im Einsatz sind, sind vollkommen überlastet.

Ein Foto des dpa-Fotografen Sebastian Willnow zeigt das drastisch.

Zu sehen ist ein junger Polizist, der in voller Montur auf dem Boden sitzt, sich die Hand vors Gesicht hält und offensichtlich vollkommen erschöpft ist.

Hinter ihm sitzen weitere Kollegen, das Gesicht einer Polizistin ist gerötet, sie wirkt völlig fertig.

hamburg

30-Stunden-Einsätze für die Polizisten

Nach Informationen der Facebook-Seite "Blaulichtreport Hamburg" ist der junge Polizist am Boden 29 Jahre alt. "Er sowie Hunderte andere Kollegen sind über 30 Stunden im Einsatz!"

Die Autoren bedanken sich für die Arbeit der Einsatzkräfte, die für die Sicherheit ihr Leben riskieren. "Ihr seid einfach spitze! Bitte kommt heil wieder zu euren Familien und in eure Heimat."

Facebook-User zollen den Polizisten Dank und Respekt

Für den Einsatz der Rettungskräfte gibt es viel Dankbarkeit, Respekt und gute Wünsche unter dem Post. Eine Frau, deren Vater offenbar auch in Hamburg im Einsatz ist, kommentiert das Foto: "Danke Papa ... Ich hoffe, du kommst heile wieder nach Hause. Nach 10 Tagen Bereitschaftsdienst." Sie verneige sich mit Respekt vor den Männern und Frauen im Einsatz, schreibt eine andere Userin.

Und eine andere Frau schreibt: "Liebe Polizisten, vielen vielen Dank, dass ihr eure Gesundheit und euer Leben riskiert, um euch dafür auch noch übertriebene Härte vorwerfen zu lassen. Das habt ihr nicht verdient und jeder Bürger hier in Deutschland sollte euch dankbar sein."

Einige Facebook-User machen aber auch ihrem Ärger Luft. "Der Notstand hätte schon am ersten Abend ausgerufen werden müssen." Ein anderer meint: "Ich wünsche mir mehr Rechte und Mittel für unsere Polizei, die ihre Köpfe für solche Idioten hinhalten müssen."

Mehr zum Thema: Alle wichtigen Informationen zum G20-Gipfel findet ihr in unserem Live-Blog

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(sk)

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