"Dumm, dümmer, Stegner": Publizist Broder beschimpft SPD-Politiker nach Tweets zu G20

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"Dumm, dümmer, Stegner": Publizist Broder beschimpft SPD-Politiker nach Tweets zu G20 | dpa
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  • SPD-Vize Ralf Stegner hat auf Twitter gewarnt, die Gewaltexzesse in Hamburg könnten einen Rechtsruck auslösen
  • Der rechtskonservative Publizist Henryk Broder kritisierte den SPD-Politiker heftig

Die Gewaltexzesse während des G20-Gipfels in Hamburg erschüttern Deutschland - und polarisieren. Denn für konservative und rechte Politiker zeigen die dramatischen Szenen aus dem Schanzenviertel und aus St. Pauli, wie sehr linke Gewalt in der Bundesrepublik unterschätzt wird.

Linke Politiker wiederum stellen in Abrede, dass es sich bei den Gewalttätern um Autonome aus der linken Szene gehandelt habe.

In der Debatte krachen zwei Weltbilder aufeinander - wie ein Streit zwischen SPD-Politiker Ralf Stegner mit dem rechtskonservativen Publizisten Henryk Broder deutlich macht.

"Gewalttäter sind nicht links"

Stegner schrieb am Samstagmorgen nach der zweiten Krawallnacht in Folge auf Twitter: "Auch wenn die Konservativen es versuchen: Vermummte Gewalttäter, Hooligans, Kriminelle, haben mit progressiver linker Politik nichts gemein."

In einem weiteren Tweet stellte Stegner klar: Für ihn seien das keine Linken, sondern Kriminelle.

Und der SPD-Vizevorsitzende legte noch einmal nach: "Am Ende profitiert von Gewalt die politische Rechte, deren Ziel es ist, das zu diskreditieren, wofür friedliche Globalisierungskritiker kämpfen!"

Der von den Gewalttätern verursachte Rechtsruck werde die Kölner Silvesternacht in den Schatten stellen, warnte Stegner.

Mehr zum Thema: "Hamburg war eine Scheißidee": Die Medien streiten darüber, wer an den Gewaltexzessen beim G20-Gipfel Schuld hat

"Dumm, dümmer, Stegner" titelt Broder

Diese einseitige Sicht der Hamburger Gewaltexzesse blieb nicht lange unkommentiert. Auf seinem Blog "Die Achse des Guten" kritisierte Publizist Broder die Äußerungen des SPD-Politikers - und titelt provokant: "Dumm, dümmer, Stegner".

Wann immer in Deutschland etwas Irritierendes passiere, würden sich einige Politiker - Broder nennt sie "nützliche Idioten der gesellschaftlichen Nivellierung" - nicht über die Tat entsetzen, sondern sich über mögliche Folgen sorgen.

Stegners Spezialität sei es, alle Niederlagen seiner Partei in Erfolge umzudeuten. Und ebenso deute er nun die Krawalle in Hamburg um, glaubt Broder.

Er zitiert Stegners Warnung vor dem Rechtsruck, der "Köln in den Schatten stellen wird" und schreibt dazu: "Bingo. Und Ralf Stegner stellt alles in den Schatten, wofür die SPD den Namen Sonderbare Partei Deutschlands trägt."

Stegner reagierte gelassen. "Wenn man von Herrn Broder beschimpft wird, hat man offenkundig etwas Richtiges gesagt", schrieb er auf Twitter und fügte einen Zwinker-Smiley hinzu.

Mehr zum Thema: All wichtigen Informationen zum G20-Gipfel findet ihr in unserem Live-Blog

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(ujo)

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