WHO warnt: Tripper könnte unheilbar werden - wieso die Geschlechtskrankheit so gefährlich ist

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Die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe ist nur noch schwer zu bekämpfen | milos-kreckovic via Getty Images
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  • Die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe ist nur noch schwer zu bekämpfen
  • Der Grund: Die Bakterien entwickeln eine Antibiotika-Resistenz
  • Was Tripper so gefährlich macht

78 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an Gonorrhoe. Tendenz steigend. Doch die Behandlung des sogenannten Trippers könnte immer schwerer werden. Denn es fehlen zunehmen Antibiotika, die noch wirken, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Auswahl an Medikamenten, die noch helfen würden, sei demnach sehr begrenzt. Aktuell seien nur drei neue chemische Substanzen in verschiedenen Phasen der klinischen Erprobung, teilte die WHO am Freitag in Genf mit.

Die Herausforderung: "Die Bakterien, die Gonorrhoe verursachen, sind sehr gewitzt", sagte die WHO-Ärztin Teodora Wi dem britischen Sender BBC. "Immer, wenn wir eine neue Klasse von Antibiotika nutzen, entwickeln sich die Bakterien weiter und bilden Resistenzen."

Tripper-Erkrankungen muss der Betroffene nicht bemerken

Der Schutz vor der Ansteckung ist daher umso wichtiger. Tripper, wie mancher Gonorrhoe auch nennt, wird beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Kondome sind der effektivste Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie dieser. Trotzdem geht die Kondom-Nutzung den Experten zufolge zurück.

Zudem kommt es nicht immer zu Beschwerden, weshalb Betroffene oft gar nicht wissen, dass sie sich mit den Gonokokkus-Bakterien infiziert haben. So hat nur einer von zehn infizierten Männern Symptome. Bei Frauen soll es nur jede zweite betreffen.

Dann jedoch kann es zu Entzündungen unter anderem der Harnröhre kommen. Manche Frauen leiden auch unter Entzündungen des Beckens. Bei Schwangeren kann die bakterielle Krankheit zu Komplikationen wie einer Frühgeburt führen, warnt das Robert-Koch-Institut.

Weshalb jeder alarmiert sein sollte

Laut WHO ist Afrika der Kontinent mit den höchsten Raten dieser Infektionen. Doch auch in Europa ist Gonorrhoe noch nicht besiegt. 32.000 Infektionen aus 28 Ländern wurden dem Robert-Koch-Institut zufolge im Jahr 2010 gemeldet.

Zudem sind die Menschen heute sehr mobil - und auch dadurch ist die drohende Antibiotika-Resistenz der Gonorrhoe ein internationales Problem.

Mit dpa-Material.

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(lk)

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