Treffen von Trump und Putin endet – sie sollen sich auf eine Waffenruhe für Syrien geeinigt haben

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PUTIN TRUMP
Mehrstündiges Treffen von Trump und Putin endet – am Ende soll eine Waffenruhe für Syrien stehen | Carlos Barria / Reuters
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  • In einem langen Gespräch erzielen Putin und Trump auf dem G20-Gipfel einen diplomatischen Erfolg
  • Die Politik in Washington wird trotzdem beunruhigt sein

Nach fast zweieinhalb Stunden haben US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin ihr erstes gemeinsames Gespräch beendet. Eigentlich war für die Zusammenkunft in Hamburg im Rahmen des G20-Gipfels nur eine halbe Stunde vorgesehen.

Viele Beobachter sehen in dem langen Gespräch ein gutes Zeichen – auch weil die beiden Präsidenten ein handfestes Ergebnis präsentieren konnten.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, Trump und Putin hätten sich über eine Waffenruhe für Syrien geeinigt. Diese soll am Sonntag um 12 Uhr mittags in Kraft treten. Diplomatisch wäre das in der Tat ein guter Start für die Zusammenarbeit Trumps mit dem Kreml.

Allerdings: Die in der Vergangenheit verhandelten Feuerpausen für Syrien waren nicht von langer Dauer.

Zudem besteht in den USA noch immer die Sorge, dass der US-Präsident sich in ein Abhängigkeitsverhältnis mit dem russischen Präsidenten begeben könnte. Putin gilt als eiskalter und erfahrener Taktiker, Trump ist diplomatisch unerfahren wie wohl kein US-Präsident vor ihm.

Zweieinhalb Stunden in einem Raum mit Putin: Bei einigen Beratern in Trumps Team wird das sicherlich für Unbehagen gesorgt haben. Mitarbeiter des Präsidenten haben der Presse unlängst verraten, dass der US-Präsident Probleme habe, sich über einen längeren Zeitraum hinweg zu konzentrieren. Auch längere Briefings lese Trump nicht.

Bereits bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow im Mai hatte Trump der russischen Delegation brisante Geheimdienstinformationen über den sogenannte Islamischen Staat (IS) weitergegeben. "Um anzugeben", wie US-Medien dem Präsidenten vorwarfen.

In den USA ist das Verhältnis Trumps nach Russland ohnehin ein Streit-Thema von politisch großer Sprengkraft. Es gilt als sicher, dass Russland in November versuchte, die US-Wahl zu manipulieren. Ob Trumps Wahlkampfteam in diesen Prozess involviert war, prüfen derzeit immer noch die Geheimdienste.

Falls Trump die Einflussnahme Russlands aktiv eingefordert haben sollte, droht ihm eine Amtsenthebung. Anhaltspunkte dafür liegen aber bislang nicht vor.

Zu freundschaftlich dürfen die Bilder dennoch nicht sein, die der Republikaner mit seinem russischen Gegenüber produziert. Das würde alle Spekulationen, alle Vorwürfe, denen Trump sich ausgesetzt sieht, nur noch brisanter machen.

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(ll)

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